Wirtschaft : Rente und Sparbuch reichen nicht Ost-Sparkassen warnen vor Versorgungslücke

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Berlin Die Kunden der ostdeutschen Sparkassen setzen bei der Altersvorsorge vor allem auf Lebensversicherungen. Im vergangenen Jahr sei der Rückkaufwert der durch Sparkassen vermittelten Lebensversicherungen auf 1,9 Milliarden Euro gestiegen, sagte Rainer Voigt, der geschäftsführende Präsident des ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes (OSGV) am Mittwoch auf der Halbjahrespressekonferenz in Berlin. Obwohl dies einen Zuwachs von 22,2 Prozent bedeutet, wird laut Voigt die Dringlichkeit der Altersvorsorge oft noch nicht ausreichend erkannt. „Viele Menschen in den neuen Bundesländern unterschätzen den Vorsorgebedarf. Die alte Formel Staatsrente plus Erspartes hat ausgedient“, sagte Voigt.

Eine gute Botschaft hatte Voigt aus dem Kreditbereich zu vermelden. Trotz der wirtschaftlich angespannten Lage und der Investitionszurückhaltung der Unternehmen vergaben die OSGV-Sparkassen von Ende Juni 2004 bis Ende Juni 2005 annähernd so viele neue Kredite wie im Vorjahr. 1,9 Milliarden Euro gingen an Unternehmen und Selbstständige, hinzu kamen vier Milliarden Euro an Privatpersonen, die mittelständische Wirtschaft und die öffentliche Hand. Von Kreditverknappung könne daher keine Rede sein, sagte Voigt.

Dem Kreditbestand der ostdeutschen Sparkassen von 37,7 Milliarden Euro stehen Einlagen von 74,2 Milliarden Euro entgegen. Dieser Refinanzierungsüberschuss verdeutliche, dass die Abschaffung der Gewährträgerhaftung kein Problem für die Sparkassen darstelle, sagte Voigt. Im Juli war die Regelung abgeschafft worden, die die Sparkassen im Falle von Schulden absichern sollte. Für das Gesamtjahr rechnet Voigt damit, das Vorjahresergebnis zu erreichen.aha

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