Wirtschaft : Rentenmarkt macht Börsianer nervös

DÜSSELDORF (mat). Volker Bien, technischer Aktienanalyst bei der BHF-Bank sieht den Dax in dieser Woche in einer Spanne von 5500 und 5700 Punkten. Lange Zeit sei der Dax von den Geschehnissen am Rentenmarkt unabhängig gewesen, das habe sich in den letzten Wochen geändert. "Deshalb werden wir die Entwicklung am Rentenmarkt sehr genau beobachten." Insgesamt aber herrscht auf dem Aktienmarkt Zuversicht. Denn der niedrige Euro beflügelt weiterhin den Export. Die positiven Effekte der Nasdaq, der Technologiebörse der Wall Street, die in der vergangenen Woche neue Rekorde schrieb, werden sich aller Voraussicht nach aber erst in den kommenden Wochen auf die Technologietitel am Neuen Markt niederschlagen.Auch die Bankgesellschaft Berlin glaubt an weitere Kursgewinne, denn das Umfeld für die Aktie - Eichels Spar- und Steuerpaket sowie die verbesserten Wachstumsperspektiven für das zweite Halbjahr - habe sich gebessert. Günstige Rahmenbedingungen sehen die Experten auch auf internationaler Ebene. Nach der Veröffentlichung der US-Produzenten- und Konsumentenpreise für den Monat Juni gebe es auf der Inflations- und Zinsseite Entwarnung.Die Commerzbank empfiehlt beim Aktienkauf ein selektives Vorgehen. So sieht die Bank bei den Pharmawerten wie Schering und Fresenius Kurschancen. Trotz Befürchtungen der Automobilbranche, die Autokonjunktur könne sich verschlechtern, setzt die Bankgesellschaft Berlin Aktien von DaimlerChrysler weiterhin auf "kaufen". Außerhalb des zyklischen, das heißt konjunktursensiblen Marktsektors empfiehlt sie unter langfristigen Anlagegesichtspunkten RWE-Titel. Zudem sollten Gerresheimer-Glas-Aktien ins Depot beigemischt werden. Meiden sollte man nach Ansicht der BHF-Bank den Versicherungssektor. Wenn das Steuerprivileg für Lebensversicherungen falle, werde es die Branche schwer haben. Auch der Zinsanstieg spreche gegen den Versicherungssektor. Die BHF-Bank setzt daher Versicherungsaktien auf "neutral".Am Dienstag will die Deutsche Börse entscheiden, welche Unternehmen in den Dax aufrücken, nachdem Hoechst aus dem Index ausgeschieden ist. Als Favoriten gelten Continental und Fresenius Medical Care und die Versicherungsgruppe Ergo. Wer zuletzt in den Dax aufrückte, konnte sich meist über kräftige Kurssteigerungen freuen.

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