Wirtschaft : Rentenreform: Die Bürger sind auch bei der Altersvorsorge mündig

Karin Birk

Der Arbeitsminister ist mit seinem Gesetzesentwurf zur Rentenreform einen wichtigen Schritt vorwärts gekommen. Der Einstieg in die private Altersvorsorge ist geschafft. Außerdem sollen die betrieblichen Renten ausgebaut werden. Es geht in die richtige Richtung. Der Einzelne kann durch privates Sparen die spätere abgespeckte gesetzliche Rente aufbessern.

Freuen können sich dabei vor allem die Finanzdienstleister. Auf sie kommt ein gutes Geschäft zu. Das gilt besonders für Versicherungen. Die private Rentenversicherung erfüllt besonders die vom Gesetzgeber geforderten Voraussetzungen für die Förderung der Altersvorsorgeprodukte. Denn im Riesterschen Gesetzesentwurf gibt es einen entscheidenden Passus: Das Altersvorsorgeprodukt muss zu Beginn der Auszahlung mindestens die eingezahlten Beiträge garantieren. Damit schränkt Riester den Renditevorteil der Investmentfonds ein. Für den Bürger heißt das: Etwas mehr Sicherheit wird durch eine erheblich verringerte Rendite erkauft. Kein Wunder, dass die Fonds auf die Barrikaden gehen. Zu Recht. Ein Kunde, der das Risiko der schwankenden Börsen nicht eingehen will, hat noch immer die Möglichkeit, unter den geförderten Produkten einen Banksparplan zu wählen. Warum aber sollte man den Risikofreudigeren die Chancen nehmen, auch bei staatlich geförderten Produkten höhere Renditen zu erzielen. Die Wahl sollte der Gesetzgeber jedem Einzelnen überlassen. Die Freiheit, sich generell für oder gegen die private Vorsorge zu entscheiden, lässt er ihm ja auch.

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