Wirtschaft : Rentenreform: Haus-Finanzierung rechnet sich selten

dr

Für die Verabschiedung der Rentenreform im Bundesrat brauchte die Regierungskoalition auch die Stimmen aus Rheinland-Pfalz - also gab man auch den Bauherrn ein Bonbon. In Zukunft dürfen die Häuslebauer oder Käufer von Eigentumswohnungen eine Summe von 20 000 Mark bis 100 000 Mark aus dem Vorsorgebetrag entnehmen und in die Immobilie investieren. Doch die Möglichkeit zur Entnahme ist an eine Vielzahl von Bedingungen geknüpft: Die Immobilie muss eigengenutzt werden und in Deutschland liegen. Und der Kredit an sich selber muss in monatlich gleichbleibenden Raten bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres wieder auf das Vorsorgekonto zurückgezahlt werden. Doch lohnt sich ein solcher Kredit überhaupt? Zunächst muss die Gefahr der Mehrfachbelastung gesehen werden. Zu den Raten, die der Bauherr weiterhin für seine Altersvorsorge zahlen muss, addieren sich die Rückzahlungsbeträge und zuletzt eventuelle Raten an die Hypothekenbank oder die Bausparkasse. Schließlich spielt das Zinsniveau eine entscheidende Rolle. Die Entnahme rechnet sich nur, so hat der Bundesverband deutscher Investmentfonds (BVI) ausgerechnet, wenn die Hypothekenzinsen über der Rendite für die Vorsorgeanlage liegen. Und auch das Deutsche Institut für Altersvorsoge kommt zu dem Schluss: Je höher die Rendite für das Vorsorgekonto und je niedriger die Hypothekenzinsen, desto weniger lohnt eine Entnahme. Lediglich der Verband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmer, kommt in seiner Beispielrechnung für einen so genannten Schwellenhaushalt mit zwei Kindern und einem Bruttojahreseinkommen von 60 000 Mark zu einem positiven Ergebnis. Ein potenzieller Immobilienbesitzer sollte sich also die Finanzierung von seiner Bank und seinem Steuerberater sehr genau durchrechnen lassen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben