Wirtschaft : Rentnern steht 2005 erneut Nullrunde bevor

Schätzerkreis hält Beitragserhöhung für möglich

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Berlin Die 19 Millionen Rentner in Deutschland müssen sich nach Berechnungen des Schätzerkreises der Rentenversicherung 2005 erneut mit einer Nullrunde zufrieden geben. Zudem warnt das Gremium nach Handelsblatt-Informationen aus Teilnehmerkreisen vor erheblichen Risiken für die Rentenfinanzen.

Die Festlegung der Regierung, den Beitragssatz im kommenden Jahr bei 19,5 Prozent zu belassen, beruhe auf „optimistischen Annahmen“. Sollte die Konjunktur schlechter laufen als unterstellt, müsse der Beitrag 2006 angehoben werden, heißt es bei den Rentenkassen. Um eine Anhebung des Beitrags in diesem Jahr zu verhindern, hatte die Koalition bereits eine Reduzierung der Rücklagen und die Aussetzung der Rentenanpassung am 1. Juli 2004 beschlossen.

Die neuerliche Nullrunde muss von der Regierung nicht verordnet werden. Sie ergibt sich aus der neuen Rentenformel. Laut Schätzerkreis, in dem Rentenkassen, Sozialministerium und die Aufsichtsbehörde vertreten sind, ist 2004 die Lohnsumme je Arbeitnehmer nur um 0,6 Prozent im Westen und um 0,7 Prozent im Osten gewachsen. Um die Rentenanpassung 2005 zu ermitteln, wird von diesen Werten der „Riester-Faktor“ von 0,6 Prozentpunkten und der Nachhaltigkeitsfaktor von 0,7 Punkten abgezogen. Rechnerisch ergäbe sich damit eine Rentenkürzung, die durch das Gesetz verhindert wird. Das Sozialministerium erklärte, die Rentenhöhe werde erst im Frühjahr festgelegt.

Trotz Nullrunde bleibt die Lage der Rentenkassen prekär. Bei Eintreten der Wachstumsprognose der Regierung würde die „eiserne Reserve“ der Kassen laut Schätzerkreis Ende 2005 auf den Mindestwert von 20 Prozent einer Monatsausgabe fallen. Risiken wie die Entwicklung des Bundeszuschusses und der Arbeitslosenbeiträge sind dabei unberücksichtigt. Sinkt die Reserve weiter, muss der Beitrag steigen. doe/HB

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