Wirtschaft : Restaurants nehmen weniger ein

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Berlin - Deutlich gesunkene Umsätze in Kneipen und Restaurants haben die Bilanzen der deutschen Gastgewerbebranche getrübt. Im Jahre 2005 setzte die Branche, zu der auch Hotels, Pensionen und Kantinenbetreiber gezählt werden, zum fünften Mal in Folge inflationsbereinigt weniger um als im Jahr zuvor.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts verkaufte das Gastgewerbe real 1,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Während die Gastronomie im Gesamtjahr mit minus 2,7 Prozent Umsatz weiter kriselte, legte die Hotellerie allerdings um 0,9 Prozent zu. Auch Kantinen und Caterer verzeichneten laut Statistik einen Umsatzzuwachs – real um 0,2 Prozent.

In Berlin ist der Trend noch deutlicher: Während Hotels und Pensionen teilweise deutliche Zuwächse verzeichneten – so hofft der Tourismusverband für 2005 auf die Rekordzahl von 15 Millionen Übernachtungen – litten Kneipen und Restaurants unter sinkenden Umsätzen, wenn auch mit rund zwei Prozent nicht ganz so stark wie in den Vorjahren.

„Den klassischen Stammgast gibt es nicht mehr“, sagt Klaus-Dieter Richter vom Berliner Hotel- und Gaststättenverband. Richter führt die Entwicklung in Berlin auf die generell schwierige ökonomische Lage in der Hauptstadt und die zunehmende soziale Vereinsamung durch die hohe Arbeitslosigkeit zurück. „In Bezirken wie Neukölln oder Wedding kämpfen viele Betriebe ums blanke Überleben“, sagt der Gastronom – und wiederholt eine alte Forderung der Branche, die vor dem Hintergrund der im kommenden Jahr anstehenden Mehrwertsteuererhöhung „umso wichtiger“ sei: Die Einführung des verringerten Mehrwertsteuersatzes für das gesamte Gastronomiegewerbe. SB

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