Wirtschaft : Resturlaub ist nicht übertragbar Wer sich verrechnet hat, könnte verzichten müssen

Arbeitnehmer haben nicht grundsätzlich einen Anspruch darauf, übrige Urlaubstage ins nächste Kalenderjahr mitzunehmen. Wer sich verrechnet oder vergessen hat, den Urlaub passend aufs Jahr zu verteilen, muss unter Umständen verzichten, erklärt der Arbeitsrechtexperte Michael Eckert aus Heidelberg, der auch Vorstandsmitglied im Deutschen Anwaltverein (DAV) in Berlin ist.

Es gibt aber auch Ausnahmen von der Regel: Konnte der Arbeitnehmer seinen Urlaub aus betrieblichen Gründen wie einer Urlaubssperre bei Großaufträgen im laufenden Jahr nicht nehmen, darf der Urlaub nicht verfallen. Dann kann der Arbeitnehmer die freien Tage im ersten Quartal des folgenden Jahres abfeiern. Auch dringende persönliche Gründe gelten als Ausnahmesituation: Wer etwa zwei Jahre wegen Krankheit ausgefallen ist, dürfe den gesetzlichen Mindesturlaub der gesamten Ausfallzeit im dritten Jahr nehmen, erklärt Eckert.

   Persönliche Gründe könnten ebenfalls eine Prüfung in einem berufsbegleitenden Studium oder ein pflegebedürftiger Angehöriger sein. Eckert weist allerdings darauf hin, dass es für einen lange abwesenden Arbeitnehmer auch von Nachteil sein kann, wenn er nach der Rückkehr gleich mit einem Urlaubsmonat die Arbeitsphase beginnt.

   Für eine Weltreise kann sich also niemand Urlaub aus mehreren Jahren zusammensparen. Eckert rät außerdem zu einem Blick in den Tarifvertrag: Möglicherweise habe der Betrieb eine individuelle Regelung zum Umgang mit Resturlaub. Auch in einem persönlichen Gespräch mit dem Chef könne der Arbeitnehmer den Resturlaub vielleicht zugunsten der eigenen Reiseplanung verschieben. dpa

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