Wirtschaft : Rettung gescheitert – BenQ steht vor dem Aus

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München - Der Handyhersteller BenQ Mobile steht endgültig vor dem Aus. Eine Sprecherin des Insolvenzverwalters bestätigte am Neujahrstag, dass die Verhandlungen mit dem letzten Interessenten für die ehemalige Mobiltelefonsparte des Siemens-Konzerns am Wochenende gescheitert seien. Damit bleibt Insolvenzverwalter Martin Prager heute nur noch die Eröffnung des endgültigen Insolvenzverfahrens und die Schließung der Werke im rheinischen Bocholt und Kamp-Lintfort. 1100 Beschäftigte sind betroffen.

Bis zuletzt wurde von allen Seiten Hoffnung geschürt. „Es gibt mehrere Interessenten, mit denen wird intensiv verhandelt“, hatte es vonseiten des Insolvenzverwalters Martin Prager am Wochenende geheißen. Auch BenQ-Betriebsratschef Josef Michael Leucker hatte noch am Freitag Hoffnung geschürt. Ein Investor wolle am heutigen Dienstag seinen Einstieg bekannt geben, sagte Leucker. Dabei soll es sich um eine Gruppe aus dem IT- und Halbleiterbereich handeln, die von einem Münchner Rechtsanwalt vertreten werde, so Leucker. Die Gruppe sei weiter an einem Einstieg interessiert und könnte trotz der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ein Angebot abgeben, erklärte der Insolvenzverwalter am Neujahrstag. Damit könnten noch diese Woche einerseits die Werke stillgelegt werden, andererseits doch noch ein Angebot einlaufen.

Die Chancen einer Rettung in letzter Minute beurteilt die bayerische IG-Metall allerdings skeptisch. „Eine klassische Rettung ist nicht mehr in Sicht“, sagte ein Sprecher dem Handelsblatt. „Die Patent- und Markenrechte liegen in Taiwan, deren Verwertung ist nicht geklärt“, heißt es bei der Gewerkschaft. Bis zuletzt habe der verbliebene Interessent auch keinen Geschäftsplan präsentieren können.

BenQ Mobile hatte Ende September Insolvenz angemeldet, nachdem die Muttergesellschaft in Taiwan die Zahlungen an die deutsche Tochter eingestellt hatte. 1900 von 3000 Mitarbeitern hatten sofort ihren Job verloren und sind jetzt in einer Transfergesellschaft, die bis Ende 2007 neue Beschäftigungen für die Menschen finden soll. Finanziert wird die Transfergesellschaft aus Mitteln der Arbeitsagentur und der ehemaligen Konzernmutter Siemens, die nach dem Verkauf ihrer Handysparte an BenQ von Politikern und Gewerkschaften in die Pflicht genommen wurde. fas (HB)

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