Rettung : Länder stützen HSH Nordbank mit Milliarden Euro

Das kommt Hamburg und Schleswig-Holstein teuer: Drei Milliarden Euro müssen die Länder sofort an die HSH Nordbank überweisen, weitere zehn Milliarden könnten folgen. Doch anders ist die taumelnde Landesbank offenbar nicht zu retten.

Kiel Die schwer angeschlagene HSH Nordbank erhält von den Bundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein eine Finanzspritze in Höhe von drei Milliarden Euro. Außerdem bekommt das Kreditinstitut von den beiden Anteilseignern Garantien über weitere zehn Milliarden Euro. Das haben die Landesregierungen beider Länder am Dienstag in einer gemeinsamen Kabinettssitzung in Kiel beschlossen.

Ohne das Rettungspaket müsste die Bankenaufsicht die HSH Nordbank schließen, weil sie nicht mehr über genug Eigenkapital verfügt. Beide Länder tragen die Hilfen jeweils zur Hälfte. Der zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein ausgehandelte Staatsvertrag muss noch von beiden Parlamenten ratifiziert werden.

Eine "schwere Entscheidung"

Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) bewertete die Entscheidung als "solides, tragbares Ergebnis". Die Bank sei ein "wichtiger Finanzierer wichtiger Wirtschaftsbranchen der Region". Beide Länder stünden deshalb in der Verantwortung für Hunderttausende von Arbeitsplätzen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) sprach von einer "schweren Entscheidung". Die Fehler der Vergangenheit müssten aufgearbeitet werden. Carstensen sagte, eine spätere Beteiligung des Bankenrettungsfonds Soffin sei möglich: "Ich schließe nichts aus."

Die Landesbank hat das vergangene Jahr nach vorläufigen Berechnungen mit einem Konzernfehlbetrag von bis zu 2,8 Milliarden Euro beendet. Vor einer Woche hatte Bank-Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher erstmals offiziell Pläne für einen Stellenabbau bestätigt. Insgesamt solle die Zahl der Vollzeitstellen bis 2012 im Konzern um rund 1100 auf etwa 3250 sinken. (sf/ddp)

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