Wirtschaft : Rettung von GM und Chrysler günstiger als gedacht

Steuerzahler kommt für 14 statt 48 Milliarden Dollar auf / Deutsche Marken erobern US-Automarkt

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Detroit/Washington - Die deutschen Autohersteller gewinnen weiter Marktanteile auf dem wichtigen US-Markt. Während General Motors und Ford zuletzt weniger auf ihrem Heimatmarkt verkauften, legten VW, BMW, Daimler & Co. zu. Vor allem die spritschluckenden Pick-up- Trucks und schweren Geländewagen ließen die US-Kunden in Zeiten hoher Benzinpreise links liegen. Dagegen legten die sparsameren Personenwagen zu.

Marktführer General Motors (GM) sowie Ford mussten einen Dämpfer hinnehmen, ihre Verkaufszahlen gingen nach zuletzt kräftigen Zuwächsen zurück. Die Rettung der Autoriesen GM und Chrysler während der Finanz- und Wirtschaftskrise kostet den US-Steuerzahler eine Milliardensumme – allerdings weniger, als zunächst gedacht.

Die US-Regierung teilte mit, die Rettung werde Amerikas Steuerzahler um die 14 Milliarden Dollar (9,7 Milliarden Euro) kosten. Während man ursprünglich mit einem Verlust von 60 Prozent der 80 Milliarden Dollar (55,5 Milliarden Euro) an Hilfen rechnete, dürfte das Minus nun weniger als 20 Prozent betragen, heißt es in einem vom Weißen Haus vorgelegten Bericht. Bislang sei etwa die Hälfte der Gesamtsumme zurückgezahlt worden. „Wir denken, dass die Schritte, die wir und sie (die Firmen) unternommen haben, die Unternehmen auf einen Pfad zum Erfolg gebracht haben“, sagte Ron Bloom, Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama. Zwar freue sich niemand über die Verluste. Doch hätten die Hilfen Jobs gerettet und schwereren Schaden für die gesamte Autoindustrie abgewendet. Ein Zusammenbruch der Autobauer hätte den Staat direkt oder indirekt mehrere zehn Milliarden Dollar gekostet.

GM, Chrysler und Ford hatten in den vergangenen Monaten ein Comeback auf dem US-Markt gefeiert. Im Mai allerdings lief es nicht mehr so gut. Nur der vom italienischen Autobauer Fiat kontrollierte Chrysler-Konzern konnte seine Absatzzahlen um zehn Prozent steigern. Zulegen konnte vor allem Europas größter Autobauer Volkswagen. Die Kernmarke VW verkaufte 30 100 Neuwagen – das sind 28 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Vor allem der Jetta war dank seines Kampfpreises von knapp 16 500 Dollar (11 500 Euro) plus Steuern gefragt. „Für uns war es der beste Monat seit mehr als sieben Jahren“, sagte VW-Landeschef Jonathan Browning. Die Hoffnungen von VW ruhen vor allem auf dem neuen US-Passat und dem Beetle, die beide im Herbst auf den nordamerikanischen Markt kommen. Den Beetle fertigt VW in Mexiko, für den Passat hat der Konzern eigens eine Fabrik in Tennessee gebaut, die vor kurzem eröffnet wurde.

Die VW-Tochter Audi steigerte den Absatz um 13,6 Prozent auf 10 457 Wagen. Daimler legte mit Mercedes um 5,9 Prozent auf 20 306 Fahrzeuge zu, BMW verkaufte 26 452 Autos – ein Plus von 19,7 Prozent. Vor allem beim Mini gab es Zuwächse. Porsche setzte 2817 Wagen ab, 50 Prozent mehr als vor einem Jahr. dpa

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