Rettungskonzept : Vier Investoren buhlen um Opel

Kurz vor dem Opel-Spitzentreffen ist der Name des vierten Bieters bekannt geworden: Der chinesische Autohersteller BAIC will den Konzern übernehmen – ohne Stellenabbau.

Opel
Wer bekommt Opel? Nunmehr vier Anbieter wollen den Konzern übernehmen. -Foto: ddp

Das Konzept des Autoherstellers Beijing Automotive Industry Corp (BAIC) liege dem Bundeswirtschaftsministerium vor, sagte eine dem Unternehmen nahe stehende Person. "Die Chinesen haben höchstes Interesse." Finanzkreisen zufolge sieht das Angebot eine Bestandsgarantie für alle deutschen Werke um mindestens zwei Jahre vor. Zudem planten die Chinesen keinen Arbeitsplatzabbau hierzulande. BAIC wolle staatliche Bürgschaften von weniger als fünf Milliarden Euro.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte zuvor bereits von einem Interesse eines chinesischen Investors gesprochen. Damit liegen der Bundesregierung nunmehr neben den Konzepten von Fiat, dem Autozulieferer Magna und dem Finanzinvestor RHJ International insgesamt vier Angebote vor.

Am Dienstag warben die Bieter noch einmal für ihre Konzepte, die sie nachgebessert hatten. Fiat-Chef Sergio Marchionne traf am Vormittag im Kanzleramt mit Angela Merkel und Bundeswirtschaftsminister Karl-Theoder zu Guttenberg zusammen. Als Favorit der Regierung gilt jedoch Magna.

Entscheidung bis Mittwoch

Für Mittwoch ist ein großes Spitzentreffen in Berlin geplant: Daran sind neben Merkel und Guttenberg die Regierungschef der vier Bundesländer mit Opel-Standorten – Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen – beteiligt. Nach Informationen des Tagesspiegel nehmen an dem Treffen auch Vertreter der US-Regierung und die Chefs der drei Opel-Interessenten Fiat, Magna und RHJ International teil.

Anschließend will die Bundesregierung ihre Position für die Verhandlungen mit der US-Regierung und dem hoch verschuldeten Mutterkonzern General Motors (GM) bekannt geben. Die endgültige Entscheidung über die Zukunft von Opel fällt indes in den USA. Die Zeit drängt für die 26.000 Opel-Beschäftigten in Deutschland: Schon Ende der Woche könnte GM in den USA Insolvenz anmelden.

Guttenberg hält Konzernauflösung für möglich

Am Dienstag hatte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) erstmals seit Verhandlungsbeginn eine völlige Auflösung des Unternehmens ins Gespräch gebracht. Wie die Bild-Zeitung unter Berufung auf einen internen Vermerk des Ministers berichtet, hält der CSU-Politiker die vorliegenden Investorenangebote für "wirtschaftlich nicht belastbar".

Eine Zerschlagung gilt im Ministerium als mögliche Option. "Aus volkswirtschaftlicher Sicht führt die Liquidation zu einem Abbau der Überkapazitäten und zu einer entsprechenden Marktbereinigung", heißt es dort laut Bild. Guttenberg räume allerdings auch ein: "Politisch ist die Liquidation jedoch nicht vermittelbar." Alternative sei eine geordnete Insolvenz.

Das Bundeswirtschaftsministerium wies die Darstellung jedoch zurück. Ein solches Papier des Wirtschaftsministeriums gebe es nicht, sagte ein Sprecher. "Ein Papier ähnlicher Art stammt von einer externen Beratungsfirma" und könne demnach nicht dem Minister zugeordnet werden. (dpa/rtr)

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