Rettungskonzepte : Magna ist Favorit für Opel

Der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna hat nach Angaben von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ein "erstes interessantes Grobkonzept“ für einen Einstieg bei Opel vorgelegt. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsidenten Kurt Beck kritisiert zu Guttenberg unterdessen für seine Informationspolitik im Fall Opel.

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Karl-Theodor zu Guttenberg. Foto: dpa

Berlin - Es gehe jetzt darum, das Konzept mit Fakten und Zahlen zu unterlegen, sagte Guttenberg am Dienstag nach einem Treffen mit Vertretern von Magna in Berlin. Dies gelte auch für den italienischen Autobauer Fiat, der ebenfalls an Opel interessiert ist. Die Konzepte von Fiat und Magna seien jedoch so unterschiedlich, dass es nicht vorstellbar sei, dass sich beide Unternehmen gleichzeitig bei Opel engagierten, hieß es.

Guttenberg kritisierte, dass immer noch keine belastbaren Zahlen von der Opel-Mutter GM und von Opel selbst auf dem Tisch lägen. Es sei natürlich ermüdend, wenn man Monate auf diese Fakten warten müsse. Ähnliche Erfahrungen machten jetzt auch mögliche Interessenten. Grundsätzlich spreche man mit allen ernsthaften Interessenten. Inzwischen hätten sich aber einige als Kandidaten herauskristallisiert. Guttenberg kritisierte, dass einige schon während der laufenden Verhandlungen einen Kandidaten favorisierten. Diese Spekulationen schadeten der Position von Opel. Man solle Opel nicht zum Wahlkampfthema machen, sagte der Minister.

Das sieht der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) anders. Er sagte am Dienstag, Magna wolle sich direkt mit 19,1 Prozent an Opel beteiligen, die Mehrheit ergebe sich dann über den weiteren Einstieg von Tochtergesellschaften. „Es ist nur logisch, dass wer einsteigt auch das Sagen hat.“ Beck kritisierte zu Guttenberg für dessen Informationspolitik im Fall Opel. Entgegen vorheriger Absprachen etwa würden die Bundesländer mit Opel-Standorten, zumindest aber Rheinland-Pfalz, nicht mit Informationen aus Berlin versorgt. Seine Regierung sei nur deshalb auf dem Stand der Dinge, weil sie selbst von Betroffenen, etwa Magna-Europachef Siegfried Wolf, angesprochen worden sei. dpa

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