RETTUNGSSCHIRM ESFS : Geld für den Rückkauf von Anleihen

Eine Variante zur Teil-Entschuldung ist der Rückkauf griechischer Staatsanleihen mit Geldern des Euro- Rettungsschirms EFSF. Auf diesem Weg könnte die aus dem Ruder gelaufene Staatsverschuldung von rund 160 Prozent des jährlichen Bruttosozialprodukts deutlich reduziert werden. Der EFSF könnte Griechenland Geld zum Rückkauf eigener Anleihen geben. Nach Einschätzung des Bundesfinanzministeriums ist der EFSF rechtlich dazu in der Lage. Der Vorteil dieses Manövers: Die Staatsverschuldung sinkt sofort. Derzeit werden griechische Anleihen mit einer längeren Laufzeit an der Börse nur noch zur Hälfte ihres ursprünglichen Wertes gehandelt. Nimmt man diese Kurse zum Maßstab, reichen Griechenland 50 Milliarden Euro aus, um 100 Milliarden seiner 340 Milliarden Euro Schulden zurückzukaufen. Allerdings würde Griechenland einen Aufschlag auf den Kurswert bieten müssen.

Wenn dann der Schuldenberg verkleinert wurde, muss Athen weniger Zinsen zahlen und hat Aussicht auf ein besseres Rating und eine Rückkehr an den Finanzmarkt. Für die Banken hätte ein Rückkauf von Staatsanleihen zwei Seiten. Der Rückkaufpreis liegt üblicherweise zwar unter dem Nennwert, aber über dem Marktpreis. Damit haben Gläubiger – Banken, Versicherungen und Fonds – einen Anreiz, die Papiere zu verkaufen. Für Banken, die ihre Anleihen im Handelsbuch halten, also ohnehin zu aktuellen Marktpreisen bewerten müssen, springt dann sogar ein kleiner Gewinn heraus. Für Häuser dagegen, die die Papiere im Bankbuch halten, sie also eigentlich bis zum Ende der Laufzeit halten wollten, ist die Lage anders: Sie bilanzieren die Papiere zu Anschaffungskosten. Die Marktpreise liegen aber deutlich tiefer. Bei einem Verkauf müssten sie Abschreibungen verbuchen. Das kann trotzdem attraktiv sein: Denn wenn Griechenland pleite geht, sind die Abschreibungen noch größer. rtr

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