Rettungsversuch : Fiat legt bei Opel nach

Der Bieterwettstreit um den angeschlagenen Autobauer gewinnt an Fahrt. Es geht auf die Zielgerade.

Maren Peters
277814_0_dac7f8a6.jpg
Die Opel-Marken sind deutlich vielfältiger als die Angebote für den Autobauer. Drei Bieter sind noch im Rennen: Magna, Fiat und...

Berlin - Fiat-Chef Sergio Marchionne gibt sich im Kampf um Opel noch nicht geschlagen. Der Italiener, der in Deutschland nur als Nummer drei unter drei Interessenten gilt, hat am Wochenende nicht nur sein Angebot für den angeschlagenen Opel-Konzern nachgebessert, sondern auch kräftig gegen den von Berlin favorisierten Zulieferer Magna gestänkert. Öffentlich riet Marchionne von einem Verkauf an den österreichisch-kanadischen Konkurrenten ab. „Magna tut so, als hätten sie Russland entdeckt“, sagte der Manager dem „Spiegel“ zufolge, nachdem Magna-Geschäftsführer Siegfried Wolf am Vorabend vom Potenzial des russischen Marktes geschwärmt hatte. „Dabei kennen wir den dortigen Markt vermutlich besser.“ Unterdessen nannte Konkurrent Magna weitere Details seines Angebots für Opel.

Damit gewinnt der Bieterwettstreit um den Autokonzern an Fahrt. Drei Anbieter sind im Rennen. Dritter im Bund ist der Finanzinvestor Ripplewood. Am Montag soll offenbar bereits eine Vorentscheidung in der Bundesregierung fallen.

Die Information, dass Fiat nachgelegt hat, stammt von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Weitere Details zu dem Angebot wollte er am Samstag nicht nennen. Er deutete nur an, dass Fiat inzwischen bereit sei, mehr eigene Risiken zu tragen und sich selbst mit höherem Eigenkapital an Opel zu beteiligen. Guttenberg betonte trotzdem, dass auch eine Insolvenz von Opel nicht ausgeschlossen sei. „Keines der vorgelegten Konzepte ist ohne Risiken.“

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck äußerte sich skeptisch zum nachgebesserten Angebot des italienischen Autobauers. „Bei Fiat müsste schon sehr, sehr viel passieren“, bevor man es annehmen könne. Bislang hätten die Italiener „ein Fiat-Modell, kein Opel-Modell“ vorgelegt.

Bundesaußenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank Walter Steinmeier bekräftigte seine Sympathie für Magna: „Magna hat ein sehr solides Konzept vorgelegt.“ Weitere Details gab Magna am Wochenende bekannt. Danach will der Zulieferkonzern mit der staatlich kontrollierten russischen Sberbank 700 Millionen Euro in Opel investieren. Ein nicht bezifferter Teil davon soll durch eine Bürgschaft der Bundesregierung abgesichert werden. Magna will künftig 20 Prozent an Opel halten, die Sberbank sowie GM jeweils 35 Prozent. Zehn Prozent sollen an die Opel-Beschäftigten gehen.

Entschiedener Gegner eines Einstiegs von Magna ist der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Sein Land könne dem Konzept nicht zustimmen, sagte er. Grund ist die Befürchtung, dass Magna bis zu 2600 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen könnte, davon allein 2200 im Werk in Bochum. mit dpa/AFP

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben