Wirtschaft : Rewe-Konzern trotzt der Konjunkturflaute

KÖLN (msm).Die Kölner Rewe-Handelsgruppe hat ihren Umsatz im deutschen Lebensmittelhandel im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent auf 53,1 Mrd.DM gesteigert.Im Ausland kletterte der Umsatz um 12,1 Prozent.Mit einem Gesamtumsatz von mehr als 63 Mrd.DM in Europa sei dem Unternehmen eine Punktlandung gelungen, sagte Vorstandschef Hans Reichl am Mittwoch in Köln.Obwohl der deutsche Lebensmittelhandel 1998 magere Umsätze aufgrund von Nachfrageeinbrüchen und zunehmendem Preisdruck verzeichnet hat, lag das Unternehmen über dem Branchendurchschnitt.Die 9610 Märkte, sowohl Selbständige als auch Filialen, legten im vergangenen Jahr beim Einzelhandelsumsatz um 830 Mill.DM auf 46,2 Mrd.DM zu.

Insbesondere die Penny-Discounter und die Toom-Baumärkte haben sehr gute Zuwächse verzeichnet.Somit konnte die Gruppe ihren Marktanteil um 0,2 Prozentpunkte auf 17,3 Prozent ausbauen.Besonders erfreulich hätten sich gerade die selbständigen Märkte entwickelt, teilte Reichl mit.Sie steigerten ihren Umsatz um 4,1 Prozent auf 12, 6 Mrd.DM.Der Zuwachs im Filialbereich habe nur ein Prozent betragen.Deshalb möchte das Unternehmen zukünftig besonders die selbständigen Märkte fördern."Wenn wir es können, geben wir Filialen an Selbständige ab", fügte Reichl hinzu.

Trotz der positiven Entwicklungen 1998 steht Rewe ein hartes Jahr bevor, denn die Umsätze des deutschen Einzelhandels stagnieren.Das Überangebot an Verkaufsflächen und die damit einhergehende nachlassende Flächenproduktivität sowie der verschärfte Preiswettwerb setzen die Rewe Handelsgruppe zunehmend unter Druck.Reichl rechnet damit, daß sich die deflationären Entwicklungen der Lebensmittelpreise vom vergangenen Jahr auch 1999 fortsetzen werden.Man geht von einem Preisverfall von 0,8 bis zu einem Prozent aus.Dem Wettbewerbsdruck versucht sich das Unternehmen zu entziehen, indem es Geschäfte zusammenlegt und so Verkaufsflächen einspart.Darüber hinaus strebe Rewe "keine Preisführerschaft an"."Wir möchten nicht der billigste sein", fügte Reichl hinzu.Im Jahr 2000 will das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 66 Mrd.DM in Europa erwirtschaften.Das Unternehmen plant, den Auslandsanteil weiter zu erhöhen und die Chancen auf den osteuropäischen Märkte zu nutzen.Man rechnet damit, daß bereits 1999 etwa jede fünfte DM in einem der europäischen Nachbarländer erwirtschaftet wird.

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