Wirtschaft : Rexrodt erwartet hohes Wachstum

Jahreswirtschaftsbericht sieht stark steigende Unternehmensgewinne voraus Bonn (dpa).Die Bundesregierung erwartet für dieses Jahr eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums von 1,4 auf 2,5 Prozent.Dennoch werde die Arbeitslosenquote von 10,3 auf 11,0 Prozent im Jahresdurchschnitt steigen.Diese Prognose legt Wirtschaftsminister Günter Rexrodt seinem Jahreswirtschaftsbericht 1997 zugrunde, dessen Eckwerte am Dienstag in Bonn vorlagen.Weitere Kernaussagen: Die Preise bleiben 1997 stabil, der Export bleibt der Wachstumsmotor und die Gewinne der Unternehmen steigen kräftig.Der Bericht soll am Freitag im sogenannten Wirtschaftskabinett und am Dienstag von der gesamten Regierung beraten werden. Die Zahl der Arbeitslosen würde laut Bericht im Jahresmittel auf knapp 4,2 Millionen klettern.Die Beschäftigung gehe nochmals um etwa 0,5 Prozent zurück.Damit würde sich der Abbau von Arbeitsplätzen nach einem Rückgang von 1,1 Prozent im Vorjahr lediglich verlangsamen. Rexrodt geht von einem Wachstum von jeweils 2,5 Prozent in West und Ost aus.Für die neuen Bundesländer ist er damit optimistischer als die "Fünf Weisen" und die Wirtschaftsinstitute.Sie erwarten, daß der Osten beim Wachstum 1997 erstmals seit 1990 hinter den Westen zurückfällt.Optimistisch blickt Rexrodt auf die Preise.Die Teuerungsrate bleibe mit 1,5 Prozent noch unter den 1,8 Prozent 1996.Als Konjunkturmotor baut Rexrodt weiter auf den Export.Ihm traut die Regierung ein Wachstum um 6,5 Prozent zu.Die Importe würden nur um 4,5 Prozent zunehmen.Dadurch erhöhe sich der Außenbeitrag von 47,7 auf 69 Mrd.DM.Für die Inlandsnachfrage erwartet Rexrodt ein geringeres Wachstum.Der private Verbrauch und die Investitionen würden nur um jeweils 1,5 Prozent, der Staatsverbrauch nur um 0,5 Prozent steigen. Geschwächt wird die Inlandsnachfrage vor allem durch die steigende Arbeitslosigkeit.Die Summe der Nettolöhne und Gehälter werde daher nicht wachsen.Während die Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit um 1,5 Prozent zunehmen, wird für Einkommen aus Unternehmertätigkeit ein Plus von sieben Prozent unterstellt.Der Wirtschaftsbericht geht davon aus, daß die Bundesbürger ihr Sparverhalten nicht zugunsten des Konsums ändern und die Sparquote bei 11,5 Prozent stabil bleibt. Der SPD-Wirtschaftssprecher im Bundestag, Ernst Schwanhold, nannte die Prognose zu optimistisch.Die Stimmung in Unternehmensumfragen und jüngste Prognosen der Insitute zeigten nach unten.Wenn Rexrodt von 2,5 Prozent Wachstum ausgehe, weigere er sich die Wirklichkeit zur Kenntnis zu nehmen.Die Arbeitslosigkeit dürfte daher noch höher steigen.Auch die 6,5 Prozent Exportplus seien nur ein Hoffnungswert.Bei der Inlandsnachfrage erwarte auch Rexrodt offenbar keine Impulse für den Konsum durch die Ankündigung einer großen Steuerreform.

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