Rezessionsangst : Weihnachtsgeschenke fallen dieses Jahr kleiner aus

Verbraucher haben Sorge vor schlechteren Zeiten. Heiligabend gibt es deshalb in diesem Jahr weniger als vor einem Jahr. Die Berliner gehören zu den großzügigsten Schenkern.

Susanne Weingärtner

Berlin - Die Weihnachtsgeschenke fallen dieses Jahr kleiner aus: Die Deutschen wollen im Schnitt Präsente für 213 Euro auf den Gabentisch legen. Weihnachten 2010 seien es 20 Euro mehr gewesen, fand Ernst & Young in einer Studie heraus, die am Mittwoch in Stuttgart veröffentlicht wurde. Als Grund sieht die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft eine tiefe Verunsicherung der Menschen angesichts einer drohenden Rezession. Für die repräsentative Studie wurden Ende Oktober 2000 Erwachsene befragt.

Die Zurückhaltung zeigt sich in allen Alters- und Einkommensstufen, besonders deutlich aber bei den 56- bis 65-Jährigen: Diese wollen ihre Ausgaben um fast ein Viertel reduzieren. Die Befragten insgesamt wollen im Schnitt neun Prozent weniger für Weihnachten ausgeben. Die Spanne reicht von 181 Euro (Baden- Württemberg) bis zu rund 230 Euro (Hessen, Bayern und Berlin). Im Osten würden mit 216 Euro vier Euro mehr als im Westen ausgegeben, so Ernst & Young.

Beliebtestes Geschenk sei erneut der Gutschein, pro Kopf für 40 Euro. Viel Geld werde auch wieder in den Kassen der Buchhändler landen. 62 Prozent der Konsumenten wollen Bücher verschenken, im Schnitt für 26 Euro – drei Euro mehr als im vergangenen Jahr. Bei Kleidung oder Spielwaren sei dagegen mit rückläufigen Umsätzen zu rechnen. Auch für Geschenke aus der Unterhaltungselektronik planen die Deutschen drei Euro weniger Ausgaben, nämlich nur 16 Euro. Bei den Geschenken werde wie gewohnt auf Qualität und Originalität Wert gelegt, aber auch Gütesiegel und Umweltschutz würden zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Zwar kaufen die Konsumenten weiter gerne in Fachgeschäften ein – für 100 Euro jedoch deutlich weniger als im Vorjahr (132 Euro). Steigende Ausgaben dagegen fallen im Internet an (40 statt 36 Euro). Dabei sind es nicht nur die Jungen, die den Onlinevertrieb bevorzugen, auch die Gruppe der über 66-Jährigen kauft elektronisch für das Fest ein.

Dem Einzelhandel drohe 2011 ein „kräftiger Dämpfer“, sagte Thomas Harms, bei Ernst & Young für den Einzelhandel zuständig. Aber noch sei „nichts verloren“. Die Krise sei noch nicht in der Realwirtschaft angekommen. Es könne durchaus noch gelingen, die Kunden im Advent noch stärker zum Einkauf zu animieren. suw

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