Wirtschaft : Rheinmetall: Das Unternehmen kommt nicht in die Gewinnzone

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Nach dem schwachen Jahr 1999 kommt der Rheinmetall-Konzern auch 2000 nur mühsam voran. Im ersten Halbjahr sank das Ergebnis vor Ertragsteuern auf minus 25 (Vorjahreszeit: minus 18) Millionen Euro. Es enthalte allerdings einen Buchverlust aus dem Abgang des Büromöbelherstellers Mauser Waldeck von neun Millionen Euro, heißt es im am Montag veröffentlichten Halbjahresbericht der Rheinmetall AG, Düsseldorf.

An der Börse wurden die Zahlen eher als enttäuschend empfunden. Die Rheinmetall-Vorzugsaktie verminderte sich um 0,05 Euro auf 9,55 Euro. Auch die Tatsache, dass der Vorstand für das Gesamtjahr ein Ergebnis vor Ertragsteuern von etwa 90 Millionen Euro avisiert, wertete die WestLB Research nicht als positive Überraschung. Man sehe keinen Grund, die Rheinmetall-Aktie hochzustufen (derzeit "neutral"). Im vergangenen Jahr war das Ergebnis vor Steuern auf 30 (1998: 147) Millionen Euro gesunken.

Rheinmetall sei nach Straffung der Konzernstruktur sowie dem Ausbau des Auslandsgeschäfts wieder auf Erfolgskurs, so der Aktionärsbrief. Der Umsatz legte im ersten Halbjahr um elf Prozent auf rund 1,94 Milliarden Euro zu. Die Auftragslage sei "ausgezeichnet". Die Bestellungen kletterten um 17 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro und liegen damit deutlich über dem Umsatz. In den einzelnen Unternehmensbereichen war die Entwicklung sehr unterschiedlich. Bei Automotive sank das Ergebnis auf 30 (27) Millionen Euro. In der Elektronik sank das Ergebnis auf minus drei 3 (plus vier) Millionen Euro. In der Wehrtechnik war es durch hohe Aufwendungen zur Bildung von Rückstellungen für Auftragsverluste und Restrukturierungen bei der Tochter STN Atlas Elektronik belastet und mit minus 16 (minus 17) Millionen Euro noch deutlich negativ. Die Maschinenbaugruppe Jagenberg, die nur noch eine Finanzbeteiligung darstellt und verkauft werden soll, verbuchte einen Verlust von 26 (32) Millionen Euro.

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