Wirtschaft : Rheinmetall hält nach Partnern Ausschau

MÜNCHEN (tmh).Mit Kooperationen, Zukäufen und internem Wachstum in allen Geschäftsbereichen will die Rheinmetall AG, Düsseldorf/Berlin, auf Expansionskurs bleiben.Neue Partnerschaften stehen insbesonders in den Sparten Wehr- und Papiertechnik vor der Tür, sagte Konzernchef Hans Brauner am Freitag in München.

Im kleinsten Geschäftsfeld um die Papiertechnik-Tochter Jagenberg AG, Düsseldorf, sei eine Überkreuzbeteiligung mit der Heidenheimer Voith GmbH oder dem finnischen Valmet-Konzern denkbar.Rheinmetall wolle aber bei Jagenberg die Mehrheit behalten und nicht aus dem rund eine Mrd.DM erlösenden Geschäft aussteigen, betonte Brauner.In der Rüstungssparte denkt er an eine engere Zusammenarbeit mit der heimischen Gruppierung Wegmann/Krauss-Maffei und weitere Übernahmen, wie den soeben vereinbarten mehrheitlichen Einstieg bei der Sait-Radio Holland SA, Brüssel.Dieses Schiffselektronik-Unternehmen mit rund 300 Mill.DM Umsatz werde mit der Rheinmetall-Tochter STN Atlas ein Joint-venture namens Euro Marine Electronics bilden und mit insgesamt 2500 Mitarbeitern in diesem Bereich dann 800 Mill.DM umsetzen.Auch für die Bildung eines paneuropäischen Heerestechnik-Konzerns sieht sich Rheinmetall in guter Position."Dem Größten rennen alle nach und wir sind die Größten," meinte Brauner hinsichtlich möglicher Fusionsszenarien.Rheinmetall könne der "Nukleus" eines europäischen Großkonzerns sein.Auf nationaler Ebene sieht er insbesonders Anknüpfungspunkte zur Mannesmann-Tochter Krauss-Maffei.In Europa stehe Rheinmetall der britischen GKN-Gruppe näher als dem französischen Staatsunternehmen Giat.Konkrete Verhandlungen gebe es aber nicht.Große Wachstumspläne schmiedet Rheinmetall auch im Bereich Automotoren um ihre "Perle" Kolbenschmidt Pierburg AG, Neckarsulm.Allein in dieser Sparte sollen die Umsätze bis zum Jahr 2000 auch durch Übernahmen um zwei auf rund fünf Mrd.DM steigen.Für ihre zusammen mit der Energie Baden-Württemberg AG gehaltene Tochter Rheinmetall Elektronik AG bestehen Börsenpläne.

Unter dem Strich will Brauner 1999 und im Jahr 2000 den Konzernumsatz um jeweils rund eine Mrd.DM steigern.Schon im Vorjahr konnte Rheinmetall auch bedingt durch Akquisitionen die Erlöse um knapp ein Viertel auf 8,1 Mrd.DM und die Auftragseingänge um knapp ein Zehntel auf 7,8 Mrd.DM erhöhen.Vom Umsatz entfallen 37 Prozent auf die Sparte Automobilzulieferung, 28 Prozent auf die Militärtechnik, 22 Prozent auf industrielle Elektronik und 13 Prozent auf den Maschinenbau.Der Konzernjahresüberschuß wuchs 1998 nach vorläufigen Zahlen um 40 Prozent auf rund 250 Mill.DM.Damit hat sich das Ergebnis seit 1996 mehr als verfünfacht."Auf den Quantensprung 1997 folgte ein Weitsprung mit Bestmarken", urteilte Brauner.

Die Umsatzrendite wurde damit leicht auf 3,3 Prozent verbessert.Als Ziel gelten fünf Prozent.Die Zahl der Mitarbeiter wurde im Vorjahr um rund 2000 Personen auf 30 600 Frauen und Männer erhöht.

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