Wirtschaft : Richter stoppt ausländische Vioxx-Klagen

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Berlin – Im Fall des umstrittenen Schmerzmittels Vioxx könnte deutschen Klägern der Rechtsweg in den USA verschlossen sein. Der US-Bundesrichter Eldon Fallon hatte am vergangenen Mittwoch in New Orleans Sammelklagen aus Frankreich und Italien gegen den US- Pharmakonzern Merck abgewiesen, berichten amerikanische Medien übereinstimmend. Es sei „zweckmäßiger“, die Prozesse in den Heimatländern der Patienten zu führen, wird der Richter zitiert. Merck begrüßte die Entscheidung.

Die Berliner Anwaltskanzlei Teipel & Heynemann sieht dies als eine Grundsatzentscheidung. „Das ist ein bindendes Urteil für Franzosen und Italiener. Aber für Deutsche wird das nicht anders sein. Der Rechtsweg für Nicht-Amerikaner ist damit abgeschnitten“, sagte Anwalt Jörg Heynemann, der in Deutschland drei Klagen gegen die Konzerntochter MSD angestrengt hat. Jetzt werde er bei all seinen Vioxx-Mandanten – knapp 30 seien es – den deutschen Rechtsweg beschreiten.

Der Richter in New Orleans kassierte auch eine Entscheidung der Vorinstanz, wonach Merck 51 Millionen Dollar an einen pensionierten Bundespolizisten zahlen sollte. Der Mann, der einen Herzinfarkt erlitten hatte, habe einen Schadenersatzanspruch, aber die Summe sei „grob übertrieben“, sagte der Richter. Vioxx wurde weltweit Millionen Patienten verschrieben, bevor Merck das Medikament 2004 vom Markt nahm. In den USA, wo sich häufig höhere Schadenersatzsummen durchsetzen lassen, sind Tausende Klagen anhängig, darunter einige von deutschen Patienten. mod

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