Wirtschaft : Riese von der Ruhr auf dem Sprung ins Ausland

Thyssen Krupp Stahl will Marktschwankungen trotzen

DUISBURG (AP/rtr).Deutschlands neuer Stahlriese, Thyssen Krupp Stahl in Duisburg, ist auf dem Sprung ins Ausland.Schon drei Tage nach der Gründung des Gemeinschafts-Unternehmens der beiden ehemaligen Konkurrenten Thyssen und Krupp-Hoesch kündigte der Vorstandsvorsitzende Ekkehard Schulz am Mittwoch an, der Konzern wolle "international weitreichende Ziele ins Auge fassen".Zur Zeit werde in Osteuropa, Südamerika und Fernost über Joint-ventures und strategische Partnerschaften verhandelt. Dabei ist der neue Konzern schon heute ein Schwergewicht.Mit 23 700 Mitarbeitern, einem Umsatz von 11 Mrd.DM und einer Rohstahlproduktion von 15 Mill.Tonnen ist Thyssen Krupp Stahl Europas größter Flachstahlproduzent.Weltweit sind nur die beiden fernöstlichen Giganten Posco und Nippon Steel stärker als der neue Riese an der Ruhr. Doch schiere Größe ist nicht das Ziel von Konzernchef Schulz.Im extrem konjunkturabhängigen Stahlgeschäft, das den Mutterkonzernen in den vergangenen Jahren mal Rekordgewinne bescherte, mal tiefe Löcher in die Bilanzen riß, will der Manager künftig im Durchschnitt der Konjunkturzyklen eine Rendite von 15 Prozent des verzinslichen Kapitals erwirtschaften.Und selbst in den regelmäßig wiederkehrenden Stahlkrisen soll der Konzern nicht mehr in die roten Zahlen rutschen. Diesem Zweck dienen fast alle geplanten Maßnahmen der nächsten fünf Jahre.So soll die Flüssigphase mit Hochofen und Gießwalzanlagen am kostengünstigsten Standort Duisburg konzentriert werden.Die entsprechenden Anlagen in Dortmund werden Schritt für Schritt stillgelegt.Dafür soll in Dortmund ein neues Elektrostahlwerk entstehen und die Produktion von kaltgewalzten und oberflächenveredelten Feinblechen ausgebaut werden.Insgesamt 6300 Arbeitsplätze werden verlorengehen.Der Aufwand für Sozialpläne und Restrukturierung liegt bei 1,3 Mrd.DM.Die Synergieeffekte beziffert das Unternehmen auf rund 550 Mill.DM pro Jahr.Vor allem für Dortmund ist die Umstrukturierung gleichbedeutend mit einem Aderlaß, der auch von den versprochenen 2000 Ersatzarbeitsplätzen nicht ausgeglichen wird.

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