Wirtschaft : Riester-Check (2): Fondsgebundene Rentenversicherungen: Kostentreiber mit Risiko

Jaqueline Link

Wer sich für das Alter zusätzlich mit einer Rentenversicherung absichern möchte und dafür die Riester-Förderung in Anspruch nehmen will, hat die Wahl: Neben der klassischen Versicherungspolice kann er auch eine fondsgebundene Rentenversicherung abschließen. Dahinter verbirgt sich ein Fondssparplan mit lebenslanger Auszahlungsgarantie. Das Unternehmen legt die Sparbeiträge des Kunden in Investmentfonds an. Welche Fonds zum Zuge kommen, hängt vom Anbieter ab. Wer in einen Riester-Rentenfonds einzahlt, sollte auf jeden Fall wissen, welche Fonds mit welchem Anteil vertreten sind, um Anhaltspunkte für die Wertentwicklung zu bekommen.

Anders als bei herkömmlichen Rentenversicherungen geben die Anbieter ihren Kunden keine Garantie bezüglich der späteren Rentenhöhe. Ausgezahlt wird, was der Fonds erwirtschaftet hat, und wieviel das sein wird, ist ungewiss. Bei Vertragsschluss legt die Gesellschaft nur einen so genannten Rentenfaktor fest. Er soll dem Kunden zeigen, welche Rente er später voraussichtlich erhalten wird, obgleich dessen Höhe offen ist. Riester-Verträge sagen den Sparern jedoch zu, dass mindestens die eingezahlten Sparbeiträge zum Beginn der Auszahlung zur Verfügung stehen. Eine Wertminderung durch Inflation müsste der Kunde gegebenenfalls verkraften.

Wegen der Beitragsgarantie sind Mischfonds in Riester-Fondspolicen üblich. Bei hundertprozentigen Aktienfonds könnten die Anbieter am ehesten Probleme mit ihrer Einstandspflicht bekommen. Bei den meisten Anbietern kann der Kunde je nach Risikoneigung einen Aktienanteil von 25 bis 75 Prozent für seine Sparbeiträge festlegen. In den Investmentfonds der Versicherung fließt jedoch nicht die komplette Prämie. Zunächst zieht die Gesellschaft einen Teil davon für die Absicherung des "Langlebigkeitsrisikos" und einen weiteren für ihre Kosten (Abschluss- und laufende Verwaltungskosten) ab. Obendrein fallen die Kosten für den Kauf der Investmentfonds an. Der Kunde bezahlt also zwei Dienstleister: den Versicherer und die Fondsgesellschaft.

Anders als bei einer herkömmlichen Rentenversicherung empfiehlt sich bei der fondsgebundenen Police die monatliche Beitragszahlung. Beim jährlichen Fondskauf ist die Gefahr groß, ausgerechnet im Börsenhoch teuer einzukaufen. Eine regelmäßige Anlage verringert dieses Risiko. Das bis zur Rente angesammelte Kapital wird anschließend als Rente ausgezahlt. Der Kunde sollte festlegen, dass diese Rente kontinuierlich steigt, also dynamisch ist.

Die besten Renditeaussichten bieten Investmentfonds mit hohem Aktienanteil. Ihre Wertentwicklung war bisher im Schnitt deutlich besser als die von Renten- und Immobilienfonds, schwankt aber auch stärker. Breit streuende Aktienfonds, also international anlegende oder Fonds mit Schwerpunkt Europa, empfehlen sich daher am ehesten. Wie viel Rendite die angebotenen Riester-Fondspolicen erwirtschaften, ist zur Zeit noch völlig offen. Der Erfolg der Anlage hängt von mehreren Faktoren ab: von der Wertsteigerung des oder der Fonds und natürlich von den Kosten. Nach Erkentnissen der Stiftung Warentest drücken die Kosten die Rendite eines Investmentfonds durch die angekoppelte Versicherung normalerweise um 1,5 bis 2,5 Prozentpunkte.

Auf Wunsch kann sich der Anleger für Policen mit individueller Fondsauswahl entscheiden. Dann kann er seine Beiträge anders auf verschiedene Fonds aufteilen und sein Vermögen auch komplett in einen der zur Auswahl stehenden Fonds umschichten. Für solche Maßnahmen verlangen die Versicherer aber Extragebühren. Vom ständigen Fondswechsel ist deshalb abzuraten. Am Ende der Laufzeit kann der Wechsel von einem Aktien- in einen Renten- oder Immobilienfonds jedoch das Verlustrisiko senken.

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