Wirtschaft : Riester-Rente: Unisex für alle

Männer zahlen künftig mehr

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Die staatlich geförderte RiesterRente soll einfacher und gerechter werden. Das ist zumindest das Ziel der Bundesregierung. Doch die Versicherer fürchten, dass das neue Gesetz die ohnehin enttäuschende Nachfrage endgültig abwürgt. Der Grund: Auf Druck der Frauenpolitikerinnen in der SPD- und der Grünen-Fraktion sind auf den letzten Drücker die so genannten Unisex-Tarife ins Gesetz aufgenommen worden. Ab 2006 werden gleiche Tarife für Männer und Frauen Pflicht. Bisher zahlen Frauen rund 15 Prozent höhere Prämien für die Riester-Rente, weil sie statistisch gesehen länger leben und daher auch länger Rente bekommen. Bereits abgeschlossene Verträge bleiben unberührt, neue Rentenversicherungen, die ab dem Jahr 2006 abgeschlossen werden, müssen jedoch nach den neuen Unisex-Tarifen kalkuliert werden. Das heißt: „Männer zahlen dann 15 Prozent mehr, Frauen sparen nichts“, heißt es in der Branche. Trotz der staatlichen Förderung würden Männer künftig einen Bogen um das Produkt machen, glauben die Versicherer.

Dabei wollte die Regierung im Alterseinkünftegesetz die Riester-Rente für die Bürger eigentlich attraktiver machen. Statt jedes Jahr die staatlichen Zulagen neu zu beantragen, soll es künftig ein Dauerzulagenverfahren geben – dann soll es reichen, einmal einen Antrag bei der Zulagenstelle einzureichen. Außerdem werden die Riester-Produkte flexibler. Künftig sollen sich Anleger bei Rentenbeginn bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals auszahlen lassen können.

Während bislang die Abschlusskosten für Riester-Verträge auf zehn Jahre gestreckt werden mussten, wird diese Zeitspanne künftig auf fünf Jahre verkürzt. Das soll die Riester-Rente für Versicherungsvertreter attraktiv machen, für die Versicherungskunden wird dadurch allerdings der Wechsel erschwert. hej

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