Wirtschaft : RIM muss noch mehr sparen Blackberry-Hersteller streicht 5000 Stellen

Waterloo - Schwerer Rückschlag für den Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM): Das kanadische Unternehmen steckt tief in den roten Zahlen und will jetzt mit dem Abbau von 5000 der zuletzt rund 16 500 Stellen massiv Kosten einsparen. Inwieweit davon auch die 400 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen sind, sei noch nicht bekannt, sagte Firmensprecher Carsten Titt am Freitag. Allein im Bochumer Forschungs- und Entwicklungszentrum beschäftigt RIM 300 Ingenieure und Entwickler.

In den ersten drei Monaten des im März begonnenen Geschäftsjahres machte RIM einen Verlust von 518 Millionen Dollar (416 Millionen Euro). Das ist deutlich mehr als im Vorquartal. Im Vorjahresquartal hatte es noch einen Gewinn von 695 Millionen Dollar gegeben. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. Damit verfehlte RIM die Erwartungen der Experten, die mit 3,1 Milliarden Dollar gerechnet hatten. RIM kündigte an, auch im zweiten Quartal nicht aus den roten Zahlen zu kommen. Das Umfeld bleibe extrem schwierig. Der Blackberry-Absatz werde weiter zurückgehen. Mit dem massiven Stellenabbau sollen nach Angaben des Sprechers bis Ende des laufenden Finanzjahres insgesamt eine Milliarde Dollar an Kosten eingespart werden.

Zusätzlich belastet wird das Ergebnis von der Entscheidung, das neue Betriebssystem Blackberry 10 (BB10) nicht vor Anfang 2013 einzuführen. Firmensprecher Titt sagte, RIM habe auf den weltweiten Entwicklerkonferenzen so viele Anregungen erhalten, die noch vor dem Start von BB10 umgesetzt werden sollten. Das Blackberry war einst eine Ikone, verliert aber immer mehr den Anschluss an die Smartphones von Apple oder Samsung. Blackberrys Anteil am gesamten Smartphone-Markt ist nach Angaben der Marktforscher von Gartner im ersten Quartal auf 6,9 Prozent zurückgegangen; ein Jahr zuvor waren es noch 13 Prozent. dpa

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