Wirtschaft : Risikokapital aus Berlin gibt Jungunternehmern Starthilfe

PETER BOLM

Ein Jahr nach ihrer Gründung im Juni 1997 kann die Berliner bmp AG als Dachgesellschaft einer Gruppe aus zehn Unternehmen mit eigenem Beratungs- und Beteiligungsmanagement eine positive Bilanz ziehen.Über offene und stille Beteiligungen an 15 deutschen wie ausländischen Technologiefirmen investierte die Gesellschaft in zwölf Monaten bereits 22 Mill.DM.Eine Kapitalbeteiligung der bmp AG, so der Vorstandsvorsitzende Oliver Borrmann während eines Empfangs im neuen Domizil in der Charlottenstraße in Mitte, sei immer nur eine Partnerschaft auf Zeit.Das Ziel sei, technologisch orientierten Unternehmen Gründung und Start zu erleichtern, um ihnen danach mittelfristig den Gang an die Börse zu ermöglichen.Mit den amerikanischen Firmen IAT Multimedia und der Realax Virtual Reality AG sowie dem Berliner Softwarehaus Lobster wurden die ersten Beteiligungen an der Börse plaziert.Bis Ende 1998 sind drei weitere Börsengänge geplant.

Auch bei den eigenen Investitionen setzt Borrmann, ehemaliger Roland-Berger-Unternehmensberater und mit 44 Prozent der Anteile Hauptgesellschafter der bmp AG, auf Wachstum.Bis Juni 1999 sind mindestens 25 weitere Beteiligungen fest eingeplant.Konkurse mußte der 31jährige bmp-Chef noch nicht verkraften.Sieben von 14 der bisher auf den Weg gebrachten jungen Unternehmen schreiben im operativen Geschäft bereits schwarze Zahlen.Dennoch ist man auch auf Ausfälle vorbereitet.Beteiligungen dieser Art, sagt Borrmann, sind ein risikoreiches Geschäft.Größere Polster aus den Erträgen sollen das Risiko abfedern.Seine Expansionspläne begründet Borrmann mit dem innovativen Potential in Europa, das nur ungenügend genutzt und gefördert werde.Die vielen Programme reichten nicht aus, um Ideen umzusetzen oder internationale Marketing- und Vertriebsstrategien aufzubauen.Dabei macht Borrmann Banken den Vorwurf, den innovativen Unternehmen gerade in der Start- und ersten Wachstumsphase selten zur Seite zu stehen.Den Vorteil der eigenen Aktivitäten gegenüber vergleichbaren Dienstleistungen der Banken sieht der bmp-Chef in der schnellen Abwicklung der Prüfverfahren, dem Know-how auf den wichtigsten Innovationsfeldern und der bewußt angestrebten Netzwerkorientierung.

Im Juli 1999 will die bmp AG selber den Gang an die Börse geschafft haben.Um den internationalen Charakter der Gesellschaft zu betonen, die nach einem Einstieg in Tschechien und Polen auch Firmen in Frankreich, Belgien, Amerika und der Schweiz gründen will, hält Borrmann die Easdaq in Brüssel für einen geeigneten Emissionsplatz.

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