Wirtschaft : Risikokredite setzen Volksbank zu

Erhöhter Wertberichtigungsbedarf / Ergebnis nur leicht gestiegen / Dividende zurückgenommen BERLIN (dr).Die Berliner Volksbank hat zwar im Geschäftsjahr 1997 das schwierige wirtschaftliche Umfeld in Berlin und Brandenburg deutlich zu spüren bekommen, dennoch äußerte sich Vorstandssprecher Ulrich Misgeld am Mittwoch recht zufrieden vor der Presse in Berlin.So konnte das Betriebsergebnis vor Steuern um 6,3 Prozent auf knapp 109 Mill.DM gesteigert werden.Deutlich wird die schwierige Lage allerdings bei der Risikovorsorge.Sie erreicht mit 82 Mill.DM rund 80 Prozent des Betriebsergebnisses, so daß nach Zahlung von zusätzlich zwei Mill.DM Steuern nur noch ein Betriebsergebnis nach Steuern von 24,7 Mill.DM übrigbleibt.Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 0,5 Prozent.Eine der Folgen ist, daß die Genossenschaftsbank ihre Dividende kürzt.Waren es für 1996 noch netto 6,3 Prozent, was brutto neun Prozent entsprach, werden es für das Jahr 1997 nur noch netto 4,9 (brutto sieben) Prozent sein.Der eingesparte Betrag von rund 3,5 Mill.DM wird in die offenen Rücklagen eingestellt. Über die Zahl der Neu-Mitglieder braucht sich das Institut nicht zu beklagen.Im Jahresverlauf erwarben 9787 Kunden neu die Mitgliedschaft bei der größten Volksbank Deutschlands.702 kamen durch die Fusion mit der Volksbank Eberswalde dazu.Die Berliner Volksbank zählt nun 79 425 Mitglieder in Berlin und 22 118 Mitglieder in Brandenburg.Das Geschäftsvolumen erhöhte sich im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent auf rund 16,1 Prozent.Getragen wurde der Zuwachs durch die Entwicklung der Kundeneinlagen, die um 10,4 Prozent auf 11,5 Mrd.DM zunahmen.Beim Wertpapiergeschäft erreichte das Depotvolumen per 31.Dezember 1997 über 3,9 Mrd.DM, was einem Plus von 9,7 Prozent entspricht.An die Kunden wurden Kredite in Höhe von 7,3 Mrd.DM ausgereicht.Der Schwerpunkt der internen Aktivitäten lag im vergangenen Jahr auf der Modernisierung der Bank.So wurden hohe Investitionen insbesondere in die Modernisierung des Vertriebsnetzes - zum Beispiel in den Aufbau eines Kunden-Service-Centers - und die Kommunikationsstruktur der Bank getätigt.In die Datenverarbeitung wurden alleine 20 Mill.DM investiert, rund 34 Mill.DM wurden für den Um- und Ausbau der Filialen zur Verfügung gestellt.Allerdings wurde auch das Personal um vier Prozent auf 2266 (2361) Mitarbeiter sozialverträglich abgebaut.Die Personalkosten kletterten nur um 1,7 Prozent auf rund 205 Mill.DM.Rechnet man zehn Mill.DM heraus, die für Abfindungen und ähnliches ausgegeben wurden sanken sie sogar um 4,7 Prozent.Für 1998 rechnet Misgeld mit einem anhaltenden Druck auf die Ertragslage.Bei der Risikovorsorge sei der Höhepunkt jedoch überschritten.Im Bereich der gewerblichen Immobilien werde die Zurückhaltung der Investoren anhalten.Bei den Privaten werde die Immobilienfinanzierung als eines der zentralen Geschäftsfelder weiter ausgebaut.

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