Wirtschaft : Risikoreiche Aktie - Prototyp soll 2003 fliegen

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Dass Vorstandschef Carl von Gablenz von seinem Unternehmen überzeugt ist, verwundert nicht. Dass er es allerdings zu einem ganz wesentlichen Bestandteil für das Überleben zentraler Branchen und gar des deutschen Ingenieurwesen hochlobt, ist möglicherweise doch etwas gewagt. "Der Cargolifter ist entscheidend für den deutschen Anlagenbau", sagt der Mann, der dem Luftschiff zur Renaissance verhelfen und damit unter anderem die immer größeren Maschinen der deutschen Anlagenbauer problemlos in die Exportländer bringen will. 16.000 Aktionäre hat das Unternehmen schon, obwohl der erste Cargolifter frühestens 2004 in die Luft steigen wird. Jetzt sollen es noch mehr Anteilseigener werden, Cargolifter geht offiziell an die Börse: Maximal 7,15 Millionen Aktien gibt das Unternehmen für einen Kurs zwischen 14 bis 18 Euro ab.

Gezeichnet werden können die Papiere bis 26. Mai. Am 30. Mai soll die Cargolifter-Aktie das erste Mal im amtlichen Handel der Frankfurter Börse notiert werden. Nicht nur dadurch unterscheidet sich das 1996 gegründete Unternehmen von den meisten Börsenneulingen. Die nämlich beschäftigten sich meist mit Soft- oder Hardware, peilen den Neuen Markt an und setzen auf schnelle Kursgewinne. Hinter Cargolifter steht nach Ansicht vieler Beobachter eine faszinierende Idee, für deren Umsetzung zwar schon viele Vorarbeiten - derzeit wird eine gigantische Halle in Brand bei Berlin gebaut - geleistet wurden, deren Umsetzung allerdings noch mindestens drei Jahre dauern wird. Frühestens 2003 dürfte das erste 260 Meter lange mit einem eigenen Kran ausgestattete Luftschiff aufsteigen und Lasten mit einem Gewicht von bis zu 160 Tonnen und einer Größe von 50 mal acht Metern mal acht Metern über eine Strecke von maximal 10.000 Kilometern punktgenau an sein Ziel befördern. Das Geld aus dem Börsengang - gut 100 bis maximal knapp 129 Millionen Euro - wird allerdings für die weiteren Entwicklungsarbeiten dringend benötigt.

"Bei Cargolifter handelt es sich um Wagniskapital im eigentlichen Sinne", betonte Erich Coenen, Vorstandsmitglied der Commerzbank, die die Emission begleitet. Im schlimmsten Fall könne das Projekt scheitern und das Kapital verloren sein, weil sich noch niemand an diese Materie gewagt habe und die Technik sehr komplex sei.

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