Wirtschaft : Risikovorsorge deutlich verringert

Bankgesellschaft Berlin verdoppelt Betriebsergebnis / Halbjahreszahlen über Plan / Zurückhaltung im Kreditgeschäft

BERLIN (mo).Die Bankgesellschaft Berlin hat ihre Ergebnisziele nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr übertroffen.Wie aus der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns hervorgeht, verdoppelte sich das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge sogar.Per Ende Juni erreichte es 635 Mill.DM nach 310 Mill.DM zum vergleichbaren Vorjahresstichtag.Aber auch vor Risikovorsorge verbleibt ein Zuwachs von über 26 Prozent auf 884 Mill.DM.Die Risikovorsorge hingegen konnte um über 36 Prozent auf knapp 250 Mill.DM vermindert werden.Die Bilanzsumme erhöhte sich um 5,5 Prozent auf rund 344 Mrd.DM.Das Kreditvolumen stieg nur verhalten um 1,8 Prozent auf knapp 235 Mrd.DM, wobei sich der Konzern vor allem im inländischen Geschäft und bei der gewerblichen Immobilienfinanzierung zurückhielt.Kräftig, um ein Viertel, aufgestockt wurden hingegen die Bestände an Festverzinslichen und Aktien. Wie die Bank mitteilte, erwartet man für das zweite Halbjahr eine stabile Entwicklung im Zins- und Provisionsgeschäft.Im bisherigen Jahresverlauf wirkten sich hier allerdings die neuen internen Kreditrichtlinien aus, so daß der Zinsüberschuß mit 1,82 Mrd.DM um 5 Prozent unter den Vergleichszahlen blieb, während die Provisionen für Wertpapiergeschäfte und andere Anlagen um 13 Prozent auf 385 Mill.DM zulegen konnten.Der erreichte Ertragszuwachs im Eigenhandel soll weiter ausgebaut werden.Außerdem wird ein geringerer Anstieg des Verwaltungsaufwands erwartet und größere Kostensteigerungen aufgrund erhöhter Geschäftstätigkeit im Immobilien-Dienstleistungsbereich, schreibt das Institut in seinem Halbjahresbericht.Der überdurchschnittliche Anstieg des Verwaltungsaufwandes in den ersten sechs Monaten um über 12 Prozent auf knapp 2 Mrd.DM entstand bereits in diesem Arbeitsgebiet. Nach den bereits im vergangenen Jahr vorgenommenen umfangreichen Risikovorsorgemaßnahmen für das Kreditportefeuille und angesichts der derzeitigen Situation veranschlagt die Bankgesellschaft für das gesamte Jahr einen Vorsorgebedarf von nur noch 500 Mill.DM.Im Vorjahr war unerwartet ein Wertberichtigungsbedarf von 2,5 Mrd.DM entstanden.Die Schieflagen, die vor allem im Haus der Berliner Bank ausgemacht wurden, konnten durch liquide Mittel aus dem Konzern, vornehmlich der Landesbank Berlin mit ihren Sparkassen, aufgefangen werden.Nachdem das Betriebsergebnis in der Folge 1996 von 476 Mill.DM auf nur noch 47 Mill.DM drastisch schrumpfte - eine Dividende von unverändert 1,10 DM wurde trotzdem gezahlt - , wird im gesamten Jahr eine deutliche Verbesserung erreicht werden können, hieß es.

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