Roaming und Tabakwerbung : Was sich jetzt ändert

Seit Samstag ist das Telefonieren im EU-Ausland billiger, bald kommen Schockfotos auf Zigarettenpackungen.

Jetzt billiger: Roaming.Gebühren für Telefonate und das Surfen im EU-Ausland sind seit diesem Wochenende billiger. 2017 sollen die Zusatzkosten komplett fallen.
Jetzt billiger: Roaming.Gebühren für Telefonate und das Surfen im EU-Ausland sind seit diesem Wochenende billiger. 2017 sollen die...Foto: dpa

Das Telefonieren im EU-Ausland wird billiger. Mit Schockbildern auf Zigarettenpackungen sollen Menschen vom Rauchen abgehalten werden. Ein Überblick über die Änderungen, die jetzt anstehen:

TELEFONIEREN UND SURFEN

Bereits seit Sonnabend sind die Kosten für das Telefonieren und Surfen im europäischen Ausland gesunken. Nach einer EU-Vorschrift dürfen Mobilfunk-Anbieter ihren Kunden bei Reisen innerhalb der EU jetzt nur noch wenige Cent Aufschläge pro Anruf, SMS oder Download berechnen – zusätzlich zu den nationalen Tarifen. Dies ist der letzte Schritt, bevor die Auslandsgebühren von Sommer 2017 an komplett der Geschichte angehören sollen. Telekommunikations-Anbieter dürfen jetzt nur noch maximal sechs Cent pro Minute für Anrufe, zwei Cent pro SMS oder sechs Cent pro Megabyte bei Datentarifen im EU-Ausland verlangen (inklusive Mehrwertsteuer). Nimmt man einen Anruf an, kostet das höchstens 1,2 Cent zusätzlich pro Minute. Maximal darf die Summe aus Inlandspreis und Aufschlägen nicht mehr betragen als die bisherigen Höchstpreise von 23 Cent pro Minute für abgehende Anrufe, sieben Cent pro SMS und 24 Cent je Megabyte Datenvolumen.

2007 machte die EU-Kommission erstmals einen Vorstoß, um die Kosten für Telefonate im Ausland zu drücken. Nach und nach sanken die Gebühren. Im Juni 2017 sollen die Auslandsgebühren komplett wegfallen. Ganz in trockenen Tüchern ist das allerdings noch nicht: Die Mobilfunkbetreiber können bei der EU noch Ausnahmeregeln heraushandeln, falls sie auf den Kosten sitzen bleiben.

Bei Paket-Tarifen mit Inklusiv-Einheiten für Anrufe, SMS oder Datenvolumen werden die im EU-Ausland in Anspruch genommenen Minuten, Nachrichten oder Megabyte (MB) vom jeweiligen Tarifkontingent abgezogen, betont die Bundesnetzagentur. Zudem könne der Anbieter dem Kunden die oben genannten Aufschläge für Anrufe, SMS oder die mobile Datennutzung berechnen. Sei das jeweilige Kontingent verbraucht, wird den Angaben zufolge jede weitere Gesprächsminute, SMS oder jedes weitere Megabyte nach dem jeweiligen inländischen Endkundenpreis plus Aufschlag abgerechnet - so wie bei Kunden ohne Inklusiv-Einheiten auch.

In einigen Flatratetarifen sind jedoch mittlerweile Auslandskontingente enthalten, oder die gebuchten Tarife gelten auch im EU-Ausland. Manche Anbieter werben auch mit Tarifen, die bereits jetzt auf Zusatzkosten im Ausland verzichten.

RAUCHEN

Auch in Deutschland werden künftig Schockbilder auf Zigarettenpackungen zu sehen sein. Eine entsprechende EU-Richtlinie muss bis zum 20. Mai umgesetzt werden. Die in anderen Ländern bereits üblichen Fotos von schwarzen Raucherlungen sollen mehr Menschen vom Rauchen abhalten. Die Kombination aus Bildern und Warnhinweisen wie „Rauchen ist tödlich“ muss mindestens 65 Prozent der Vorder- und Rückseite der Packungen einnehmen. Solche Warnhinweise gibt es bereits heute, sie sind aber wesentlich kleiner. Das Gesetz enthält zudem ein Verbot für Zigaretten und Tabak zum Selbstdrehen mit einem „charakteristischen“ Aroma wie Vanille oder Schokolade, das den bitteren Geschmack des Tabaks mildern und deshalb vor allem Jugendlichen den Einstieg ins Rauchen erleichtern kann. dpa/AFP

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