Wirtschaft : Robuste Stimmung bei den Unternehmen

DÜSSELDORF (HB).In Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt veröffentlicht der Tagesspiegel einmal im Monat eine Konjunkturkolumne.Der Handelsblatt-Frühindikator für West- und Ostdeutschland zeigt konjunkturelle Wendepunkte und signalisiert saisonbereinigte Trends des realen Bruttoinlandsprodukts.



Die Konjunktur zeigt sich im Westen noch immer in einer robusten Verfassung.Im August blieb der Handelsblatt-Frühindikator mit 2,9 Prozent unverändert gegenüber den beiden Vormonaten.Damit liegt der Indikator 2,5 Prozentpunkte über seinem letzten Tiefstand vor zwei Jahren.Die Konjunkturdaten widerlegen die Sorge, der Aufschwung flache schon wieder ab.Dennoch hat sich das Geschäftsklima in der westdeutschen Industri eseit Januar kontinuierlich abgeschwächt.Doch die Unternehmer lassen sich davon nicht beeindrucken: sie sind mit ihrer Geschäftslage zufrieden.

Die Stimmung in der Industrie kommt nicht von ungefähr: Immerhin lagen die saisonbereinigten Auftragseingänge im Mai nur unwesentlich unter den Werten des Vormonats und im Vergleich zum Jahresbeginn auf gleichem Niveau.Im Osten stieg die Nachfrage sogar an.Der Grund für die ungleiche Entwicklung: Die Auslandsnachfrage stagniert und spielt für die Unternehmen im Westen eine wichtigere Rolle als für die im Osten.Am besten läuft es derzeit bei den Investitionsgüterherstellern, die im Mai als einzige in dieser Gruppe einen Nachfragezuwachs von knapp einem Prozent verbuchen konnten.Insgesamt zeigen die Auftragsbücher der Industrie zwei Prozentpunkte mehr an als im zweiten Halbjahr 1997.Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich sogar ein Plus von sechs Prozent.Das Auftragsvolumen beim Bau blieb im Mai deutlich über dem Niveau des ersten Vierteljahres und zugleich auch höher als in allen Quartalen des Vorjahres.Vieles spricht dafür, daß das westdeutsche Baugewerbe das Tief durchschritten hat.

Auch der Einzelhandel kann nicht klagen: Nach der Mehrwertsteueranhebung waren die Umsätze im April stark eingebrochen und erholten sich jedoch wieder im Mai um 2,4 Prozent.Wichtig für den Einzelhandel sind auch die Beschäftigungszahlen, denn auch sie beeinflussen das Konsumklima.Immerhin gibt es einen Hoffnungsschimmer: Es werden wieder mehr freie Stellen angeboten als noch in den Vormonaten, die Kurzarbeit hat stark abgenommen.

Die ostdeutsche Konjunktur legt leicht zu.Das Handelsblatt-Konjunkturbarometer Ost lag im Juli bei 4,7 Prozent und überstieg damit leicht den Vormonat.Damit war es sogar um einen Prozentpunkt höher als im Juli letzten Jahres.Im Mai zog die Nachfrage in der Industrie um knapp 14 Prozent an und überholte den entsprechenden Vorjahresmonat.Im Baugewerbe sieht es hingegen nach wie vor bei stagnierendem Auftragsvolumen düster aus.Zwar verbessert sich das Volumen, doch steckt in dieser Entwicklung keine Dynamik.

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