Wirtschaft : Roche verliert Milliarden „Vitaminkartell“ belastet

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Basel (HB). Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat das Jahr 2002 mit dem schlechtesten Ergebnis seiner Geschichte abgeschlossen. Belastend wirkten sich nach Angaben des Unternehmens vor allem die Rückstellungen für die Beilegung des Streits um Preisabsprachen bei Vitaminen in den USA aus. Auch erzielte Roche beim Verkauf seiner Vitaminsparte geringere Einnahmen als veranschlagt. „Das war schmerzhaft, aber notwendig“, sagte RocheChef Franz Humer. Der Verlust belief sich auf rund 4,03 Milliarden Franken (2,73 Milliarden Euro). Nach Firmenangaben lief das operative Geschäft zufrieden stellend. Bereinigt um die Einmaleffekte lag der Gewinn mit 3,81 Milliarden Franken um 17 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Börse, die von einer Beseitigung der Altlasten ausgeht, reagierte positiv.

Im Jahr 2003 erwartet Roche in seinen beiden Sparten Pharma und Diagnostika jeweils ein zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Ertrag. Die Dividende soll für 2002 auf 1,45 (2001: 1,30) Franken erhöht werden. Humer erteilte Spekulationen über eine Fusion mit dem Erzrivalen Novartis erneut eine Absage. Novartis war 2001 überraschend mit 20 Prozent bei Roche eingestiegen und hat diesen Anteil auf 32,7 Prozent aufgestockt. Dies habe keinerlei Auswirkung auf die Handlungsfreiheit des Roche-Konzerns, versicherte Humer. Die Familien Hoffmann und Oeri kontrollieren über einen Aktien-Pool 50,1 Prozent von Roche. Erst am Vortag hatte Novartis-Chef Daniel Vasella die Vorteile einer Fusion betont.

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