Wirtschaft : Rohstoffe und Euro bremsen BMW

Belastung des Ergebnisses in dreistelliger Millionenhöhe befürchtet/Neue Modellreihen kommen 2008

Nicole Huss

München - Nach dem bisher erfolgreichsten Jahr in der Konzerngeschichte stellt sich BMW auf härtere Zeiten ein. Vorstandschef Helmut Panke kündigte am Mittwoch bei der Bilanzvorlage außerordentliche Belastungen an, die das Ergebnis im laufenden Jahr drücken. BMW erwartet deshalb einen Gewinn, der bestenfalls auf der Höhe des Vorjahres, womöglich aber auch zehn Prozent darunter liegt. Der Absatz soll dank neuer Modelle weiter steigen. Die BMW-Aktie fiel am Mittwoch bis Börsenschluss um 0,93 Prozent auf 34,22 Euro und schnitt damit besser ab als der Dax insgesamt.

Die Belastungen im laufenden Jahr entstehen vor allem durch den schwachen Dollar und hohe Rohstoffpreise. Finanzvorstand Stefan Krause zufolge belasten die Rohstoffpreise das Ergebnis 2005 mit einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. Auch die Währungseinflüsse wirken negativ. „Die zugrunde liegenden Sicherungskurse sind ungünstiger als im vergangenen Jahr“, sagte Krause. Daher werde der Währungseinfluss auf das Ergebnis „deutlich negativer“ sein als im vergangenen Jahr. BMW sei 2005 zu 50 Prozent gegen Währungsschwankungen abgesichert.

Den ungünstigen äußeren Einflüssen will der Konzern mit neuen Modellen trotzen. Er rechne mit einem Absatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich, sagte Panke. Zu den neuen Spitzenwerten beim Absatz sollen die drei Marken BMW, Mini und Rolls Royce beitragen. Bei der Kernmarke soll vor allem der neue 3er für einen Absatzschub sorgen. Von dem Vorgängermodell, das vor sieben Jahren eingeführt und zum Zugpferd des Konzerns wurde, verkaufte BMW mehr als drei Millionen Neufahrzeuge. Neben dem 3er sollen in diesem Jahr auch die überarbeitete 7er-Reihe und die Sportmodelle M5 und M6 auf den Markt kommen. Panke sagte, der um 8,4 Prozent gestiegene Absatz im Januar und Februar untermauere die Erwartung auf einen Absatzrekord im laufenden Jahr. Er rechne mit dem „absatzstärksten ersten Quartal der Unternehmensgeschichte“.

Obwohl BMW bei der Luxusmarke Rolls Royce sein Absatzziel für 2004 um knapp 20 Prozent verfehlte, zeigte sich der Konzern optimistisch. „Wir sind mit dem Verlauf des vergangenen Jahres sehr zufrieden“, sagte Finanzvorstand Stefan Krause. Das Ziel des Vorjahres, 1000 Fahrzeuge an Kunden auszuliefern, halte er in diesem Jahr für realistisch.

Panke kündigte an, die Wettbewerbsfähigkeit von BMW mit umfangreichen Investitionen weiter zu stärken. In den nächsten fünf Jahren sollen rund 19 Milliarden Euro investiert werden. Im abgelaufenen Jahr hatte BMW vor allem in den Ausbau seines neuen Werks in Leipzig investiert. Das Mini-Werk in Oxford soll ausgebaut werden. Auch bei seiner Modellpalette hat BMW große Pläne: Ab 2008 sollen zwei völlig neue Modellreihen auf den Markt kommen. Eine Modellreihe werde ein „funktionales Raumkonzept“ sein, wie man es bisher noch nicht kenne, sagte Panke. Die andere Reihe sei als Mischung aus Coupé, Sportwagen und Sports Activity Vehicle geplant. Ein Modell soll in Deutschland, das andere im US-Werk in Spartanburg gebaut werden.

Von dem geplanten Gesetz zur Offenlegung von Manager-Gehältern hält Panke nichts. Er halte den Einzelausweis der Vorstandsbezüge für datenrechtlich bedenklich, stellte er klar. BMW weist die Gesamtbezüge der sechs Vorstandsmitglieder im Geschäftsbericht aus. Sie stiegen 2004 von 10,7 auf 11,9 Millionen Euro. Dabei machten die Festgehälter nur 16 Prozent aus. 84 Prozent der Vergütung sind erfolgsabhängig.

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