Wirtschaft : Rolf Eckrodt

Er ist der Mann, der auf Überraschungen folgt.Als im April 1996 Axel Gattung - überraschend - von seinem Posten als stellvertretender Vorsitzender der Adtranz-Konzernleitung zurücktrat, wurde Rolf Eckrodt sein Nachfolger als Vizechef.Nach dem - ebenfalls überraschenden - Rücktritt von Kaare Vagner als Konzernchef des international tätigen Zugbauunternehmens schlug im Oktober dieses Jahres erneut die Stunde des nunmehr 56jährigen.Eckrodt wurde Vagners Nachfolger - zunächst als als Zwischenlösung.

Auf der Aufsichtsratssitzung am Freitag ist der Interimsmann definitiv zum Vorsitzenden der Holding gewählt worden.Eckrodt, 1942 in Gronau geboren, wird keine leichte Aufgabe haben.Adtranz erwirtschaftet mit seinen Lokomotiven und Waggons Verluste, die Restrukturierungsmaßnahmen werden nicht ohne Abbau von Stellen, vor allem in Berlin Pankow, vonstatten gehen.Widerstand wird zu überwinden sein: vor allem bei den Gewerkschaften, aber auch von der Politik.Denn gern hatte man Anfang der 90er Jahre die Unternehmenstaschen für Subventionen geöffnet.Man müsse einige Stellen streichen, um viele zu retten, hatte Eckrodt in den vergangenen Monaten unermüdlich erklärt.Der Maschinenbauingenieur, der die Kollegen seiner Innung als "maulfaul" bezeichnet, setzt auf Dialog: Eckrodt stellte sich noch im Juli den Berliner Abgeordneten, um ihnen die Gründe für die angekündigte Schließung des Werkes in Pankow zu erklären.Den offensiven Umgang mit der Öffentlichkeit hatte er sich schon in Brasilien zu eigen gemacht, wo er von 1992 bis 1996 die Niederlassung von Mercedes-Benz do Brasil leitete und harte Kämpfe mit den aggressiven brasilianischen Gewerkschaften auszufechten hatte.

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