Wirtschaft : Rolf Lechner

dr.

Wirtschaftsingenieur und Bauunternehmerdr.

Kennen Sie die Botag AG? Der Gesellschaft gehört immerhin das Aschinger-Haus am Bahnhof Zoo.Wer steht hinter der Botag? Vorstandsvorsitzender ist Rolf Lechner. Er stammt aus Königsberg in Ostpreussen, wo er 1942 geboren wurde, kam auf der Flucht über Sachsen zunächst nach Berlin.1946 bis 1951 lebte er in Timmendorfer Strand an der Ostsee, 1951 bis 1962 in der Nähe von Stuttgart.1962 zog es ihn wieder an die Spree.Er wollte Wirtschaftsingenieur studieren, und dies war damals nur in drei Orten der Bundesrepublik möglich - unter anderem an der TU in Berlin.Ziel war eine Beschäftigung in der Autoindustrie und so war nur logisch, daß er seine technische Abschlußarbeit über Motoren schrieb.Aber eigentlich hatte er sich zu diesem Zeitpunkt schon umentschieden.Im zweiten Semester lernte er seine spätere Frau kennen, und die studierte Architektur.Der Weg in den Bereich Bau war vorbereitet.Schon während des Studiums arbeitete er in der Niederlassung Berlin des Bauunternehmens Heinz Mosch.Nach dem Examen 1968 wurde er dort stellvertretender Abteilungsleiter.Bereits Ende 1969 ging der damalige Abteilungsleiter - der damals 26jährige Lechner konnte seine Stelle nicht einnehmen und zog die Konsequenzen: Er machte sich selbstständig.Betrieben wurde eine Wohnungsbaugesellschaft.Doch das Team hielt nicht lange, "zu unterschiedliche Charaktere", sagt Lechner heute.Lechner blieb "Unternehmerlustig": zum 1.Juli 1971 gründete er die Diversag Verwaltungsgesellschaft, aus der die Botag hervorgehen sollte.Es war gleich eine AG, und darauf legt Lechner bis heute Wert.Zum einen wegen des Images, zum anderen "mußte sich die Gesellschaft damit gleich einer strengeren Überprüfung unterziehen", sagt er.Es begann mit neun Leuten.Heute ist die Palette natürlich größer.Insgesamt werden 80 Mitarbeiter beschäftigt.Sie kümmern sich um die Konzeption und das Management von Immobilieninvestitionen.Geplant und errichtet werden Eigentumswohnungen, Reihenhäuser, Doppelhaushälften für Eigennutzer und Kapitalanleger, um nur einen kleinen Ausschnitt zu nennen.Schon Anfang der 70er Jahre engagierte sich der Betrieb in Westdeutschland, auf den Kanaren, in Italien und den USA.Selbst Rio in Brasilien ist kein unbekanntes Terrain.Es hat genutzt: "Wir haben von Anfang an den Markt gespürt", weiß Lechner zu berichten.Da wundert es nicht, daß er Reisen als eines seiner Hobbys angibt.Und dabei hat Lechner die Welt gründlich kennengelernt.So kann er heute sagen: "Berlin ist nach dem Mauerfall eine Weltstadt, aber wenn ich es mit New York, Chicago, Boston oder London vergleiche?".Er hat seine Zweifel ob man sich hier auch weltstädtisch verhält.Er nennt die nicht enden wollenden Diskussionen über die Durchfahrt durch das Brandenburger Tor oder die Höhe der Aufkantung Unter den Linden.Im öffentlichen Bereich fehle es einfach an Personen mit Charisma und Führungsqualität.

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