Wirtschaft : Rolls Royce streicht 5000 Stellen

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Berlin (du-). Der Triebwerkshersteller Rolls-Royce wird als Reaktion auf die Rezession des Luftverkehrs nach den Terroranschlägen weltweit 5000 Stellen abbauen. 3800 Jobs gehen am Hauptsitz in Großbritannien verloren, 1200 an den Produktionsstandorten in Deutschland und den USA. Insgesamt sind 28 000 der 43 500 Firmenmitarbeiter im Luftfahrtbereich beschäftigt.

Betroffen sind auch die deutschen Standorte Dahlewitz (Brandenburg) und Oberursel bei Frankfurt (Main), wo insgesamt 2000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Es soll hier aber keine betriebsbedingten Kündigungen geben, sagte Unternehmenssprecher Norbert Burgner am Freitag. Den nötigen Personalabbau versuche man "sozialverträglich" durch Vorruhestandsregelungen und Verzicht auf Neubesetzung freiwerdender Stellen abwickeln zu können. Eine genaue Zahl der hier einzusparenden Arbeitsplätze stehe aber noch nicht fest. Ein Zurückfahren der Produktion sei bisher ebenso wenig vorgesehen wie der Abbau staatlich geförderter Forschungsaktivitäten zur Entwicklung neuer Triebwerksgenerationen.

In Dahlewitz, wo rund 1000 Mitarbeiter die BR710-Triebwerksfamilie für Geschäftsreisejets und das bisher nur mäßig erfolgreiche Verkehrsflugzeug Boeing 717 bauen, wird auf die für das kommende Jahr vorgesehene Einstellung von 80 weiteren Ingenieuren verzichtet.

Für 2002 rechnet Rolls Royce bei zivilen Antriebssystemen mit einem Umsatzrückgang von rund einer Milliarde Pfund Das entspricht einem Viertel der diesjährigen Umsatzhöhe. Die weltweite Kürzung der Flugpläne und Stornierung von Flugzeug-Neukäufen werde 2002 zu einem etwa 30prozentigen Rückgang der Triebswerks-Auslieferungen führen, so die Voraussage des Unternehmens. Betroffenen seien insbesondere die kleineren Kurzstreckenjets. Der Wartungsbereich werde dagegen auf dem gegenwärtigen Level stehen bleiben und nicht - wie erwartet - weiter steigen. Der Stellenabbau soll bis März 2002 abgeschlossen sein und Rolls-Royce noch dieses Jahr eine Entlastung von 200 Millionen Pfund bringen.

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