Wirtschaft : Rolls-Royce-Verkauf perfekt

LONDON (AP).Der Verkauf der britischen Nobelmarke Rolls-Royce an den Automobilkonzern Volkswagen ist perfekt.Vertreter der Volkswagen AG, Wolfsburg, und der Vickers plc, London, tauschten am Freitag in London die nötigen Dokumente aus.Nach einer Mitteilung von Vickers, zahlte VW 479 Mill.Pfund, umgerechnet rund 1,44 Mrd.DM.Das sind etwa 150 Mill.DM mehr als das Angebot von 430 Mill.Pfund, für das VW vor einem Monat von den Vickers-Aktionären den Vorzug vor dem Mitbewerber BMW erhalten hatte.

VW-Chef Ferdinand Piëch kündigte in einem Brief an die Mitarbeiter von Rolls-Royce Motor Cars an, daß der Vorstand mit dem früheren Audi-Manager Graham Morris an der Spitze im Amt bleibe.Ziel sei, die Marken Rolls-Royce und Bentley zu entwickeln.Nach dpa-Informationen will VW in den nächsten Jahren mindestens eine Mrd.DM in die Modernisierung und den Ausbau des britischen Standortes investieren.Die Jahresproduktion von zuletzt knapp 2000 Autos soll auf 3000 Rolls-Royce und 7000 Bentley gesteigert werden.

Als Hauptgrund für den Aufpreis von 49 Mill.Pfund nannte Vickers die Wertsteigerung von Rolls-Royce aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung seit Jahresbeginn.Die Kaufangebote hätten auf den Wirtschaftsdaten von 1997 basiert.Vickers-Chef Colin Chandler nannte den Kaufpreis für die Aktionäre ausgezeichnet.VW-Chef Piëch sicherte in der gemeinsamen Mitteilung zu, der Wolfsburger Konzern werde den eigenen Charakter von Rolls-Royce und das Erbe des Traditionsunternehmens wahren.

In seinem Brief heißt Piëch die knapp 2500 Beschäftigten im nordenglischen Crewe in der "Volkswagen-Familie" willkommen.Die "Weltklasse-Produkte" der Marken Rolls-Royce und Bentley müßten "mit wachsender Effizienz und Qualität" entwickelt werden.Die Zusammenarbeit müsse von gegenseitigem Lernen geprägt sein.

Der unterlegene Mitbieter, die Bayerischen Motoren Werke AG, BMW / München, bekräftigte, die Lieferverträge mit Rolls-Royce über Motoren und andere Teile würden in Kürze gekündigt.Nach früheren Angaben von BMW-Chef Bernd Pischetsrieder enden die Lieferungen ein Jahr nach der Kündigung.VW muß deshalb bis Mitte 1999 eigene Produktionen aufbauen oder neue Lieferanten finden.

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