Wirtschaft : Rolls-Royce-Werk Brandenburg sticht England aus

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Berlin - Das Rolls-Royce-Werk im brandenburgischen Dahlewitz übernimmt am heutigen Mittwoch die Produktion des V2500-Flugzeugtriebwerks. Es wurde bisher im britischen Derby gefertigt. In dem Werk vor den Toren Berlins sind dafür 200 neue Arbeitsplätze entstanden. „Das ist ein Beleg für die Qualität des Standorts. Wir sind sehr zufrieden in Brandenburg“, sagte der noch amtierende Deutschland-Chef des Herstellers, Axel Arendt, vor dem Club Berliner Wirtschaftsjournalisten.

Der 56-jährige Manager behält seine Funktion vorerst, führt aber seit einem Monat die Verteidigungssparte des Herstellers von London aus. Arendt kam im Jahr 2002 von EADS zu Rolls-Royce. Beim V2500 handelt es sich um ein Triebwerk für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge, das im Airbus A319, A320 und A321 eingesetzt wird.

In Dahlewitz werden bisher Motoren für Geschäftsjets gefertigt, die dann bei Gulfstream in den USA und Bombardier in Kanada an die Flugzeuge montiert werden. Fast die Hälfte der gut 1500 Mitarbeiter in Dahlewitz sind Ingenieure. In diesem Jahr erwartet Arendt eine Produktion von 376 Triebwerken – fast 50 Prozent mehr als im Jahr 2001.

Auch in Thüringen baut Rolls-Royce neue Arbeitsplätze auf. Gemeinsam mit der Lufthansa entsteht in Arnstadt ein Instandhaltungsbetrieb für Triebwerke, unter anderem des neuen Riesenjumbo Airbus A 380. Denn in den Triebwerken steckt viel Geld. Bis zu ein Drittel des Flugzeugpreises können sie kosten, und im Laufe ihrer etwa 20-jährigen Lebensdauer werden sie mehrfach komplett überholt. Rolls-Royce erzielt damit weltweit etwa 60 Prozent des Umsatzes.

Arnstadt hat Dahlewitz ausgestochen, weil die Distanz zum Frankfurter Flughafen, von wo aus der A 380 eingesetzt werden soll, kürzer ist. Ein Standort im Westen sei aber wegen der deutlich höheren Personalkosten nie erwogen worden, sagte Arendt. Arnstadt konnte sich auch gegen Standorte in Polen und Tschechien durchsetzen. mod

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