Wirtschaft : Rom will Gelder für Alitalia freigeben

mo / mab

Die italienische Regierung ist am Donnerstag Gerüchten entgegengetreten, wonach die italienische Fluggesellschaft vor der Auflösung stehe. Der Minister für Infrastruktur, Pietro Lunardi, erklärte am Abend: Es sei sinnlos Alitalia alle drei Jahre finanziell unter die Arme zu greifen. Deshalb soll das Unternehmen jetzt "definitiv neu" strukturiert werden. Durch einen Krisen-Status werde man dafür sorgen, dass die nötigen staatlichen Gelder freigemacht werden können.

Alitalia gehört zu 53 Prozent dem Staat und steckt nicht erst seit dem 11. September in Schwierigkeiten. Für den Donnerstagabend war eine Verwaltungsrat-Sitzung anberaumt worden, in der Politiker und Piloten den vorliegenden Strategieplan absegnen sollten. In Erwartung kursrelevanter Nachrichten war die Aktie vom Handel ausgesetzt worden. In Branchenkreisen hieß es, durch Immobilienverkäufe solle Alitalia der Weg aus der Krise geebnet werden. Die Schulden betragen 1,2 Milliarden Euro. Für Investitionen benötigt Alitala bis zu 1,8 Milliarden Euro. Alitalia-Chef Francesco Mengozzi musste nicht nur die Gewerkschaften überzeugen, die den Abbau von 3500 Stellen, also 15 Prozent der Gesamtbelegschaft, nicht hinnehmen wollen, sondern auch die Regierung. Angesichts bestehender Etat-Engpässe wird eine Kapitalerhöhung blockiert. Nun soll eine Wandelanleihe eine gute Milliarde Euro einbringen. Angeblich will sich die private italienische Alpi Eagle an Alitalia mit 30 Prozent beteiligen.

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