Wirtschaft : Rosenthal übernimmt Hutschenreuther: Erneuter Verkauf der traditionsreichen Porzellanmarke

Der erneute Verkauf der traditionsreichen Porzellanmarke Hutschenreuther ist perfekt. Die Rosenthal AG in Selb übernimmt die Marke und den Standort Selb von der Winterling Porzellan AG in Kirchenlamitz, die nach Familienstreitigkeiten unter den Eigentümern insolvent geworden war. Die Vereinbarung sei jetzt unterzeichnet worden, teilte Rosenthal am Dienstag in Selb mit. Rosenthal-Mehrheitsaktionär Waterford Wedgwood erklärte in Dublin, damit entstehe der größte Hersteller von hochwertigem Porzellan in Deutschland mit über 400 Millionen Mark Umsatz im Jahr. Rosenthal hatte bereits zu Jahresbeginn Interesse an der Marke signalisiert, die erst vor wenigen Jahren an Winterling verkauft worden war.

Zugleich geht die Marke Arzberg an die SKV Porzellanunion GmbH in Schirnding über. SKV war 1993 aus drei mittelständischen Porzellanherstellern entstanden und produziert vor allem unter der Marke Kronester. Der Winterling-Bereich Eschenbach soll als Eschenbach Porzellan GmbH ebenfalls weitergeführt werden, bleibt aber unter der Ägide des Insolvenzverwalters Eberhard Braun. Das Winterling-Werk im oberfränkischen Röslau mit 500 Mitarbeitern soll nach früheren Planungen geschlossen werden. Die vor allem in Nordbayern konzentrierte deutsche Porzellanindustrie klagt seit Jahren über große Überkapazitäten.

Mit der Marke Hutschenreuther waren im vergangenen Jahr 100 Millionen Mark umgesetzt worden, Rosenthal wies 1999 weltweit 329 Millionen Mark Umsatz aus. Rosenthal hatte 1999 vor Steuern wieder schwarze Zahlen geschrieben, nach Steuern aber einen Verlust von vier Millionen Mark ausgewiesen. Die Hutschenreuther AG in Selb hatte vor Jahren ihre Produktion von Haushaltsporzellan sowie die eigene Marke an Winterling verkauft und konzentriert sich unter dem Namen BHS tabletop AG seither auf Hotel- und Gaststättenporzellan.

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