Wirtschaft : Rossmann eröffnet 120 neue Läden

Drogeriekette will Abstand zu Konkurrenten Schlecker und dm verkürzen

Maren Peters

Burgwedel - Nach starkem Wachstum im vergangenen Jahr will die Drogeriekette Rossmann in diesem Jahr weiter zulegen und 120 neue Filialen in Deutschland eröffnen. Darunter ist auch ein neues, 600 Quadratmeter großes Geschäft im Berliner Hauptbahnhof, in dem der Verkauf im Mai beginnt, sagte Unternehmenschef Dirk Roßmann dem Tagesspiegel. Firmenkäufe plant der Unternehmer, der vor zwei Jahren die KD-Märkte von Tengelmann gekauft hatte, vorerst nicht, obwohl die Kassen gut gefüllt sind. „Eine Übernahme steht nicht an – das organische Wachstum steht in den nächsten Jahren im Vordergrund“, sagte Roßmann am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Burgwedel bei Hannover.

Rossmann ist im deutschen Drogeriemarkt die Nummer drei – hinter Schlecker und dm. Die Unternehmen liefern sich einen harten Verdrängungswettbewerb. Die 1972 gegründete Rossmann-Kette hatte 2002 die 90 Idea-Märkte und 2003 die KD-Filialen übernommen. Nachdem vor vier Jahren die Drogeriekette A.S.Watson, hinter der der Hongkonger Konzern Hutchison Whampoa steht, 40 Prozent von Rossmann übernommen hat, ist das Unternehmen aggressiver geworden. Roßmann hat den Burgfrieden mit dm aufgekündigt und versucht, auch im Süden des Landes Fuß zu fassen. Zuvor hatte sich die Drogeriekette dm auf den Süden beschränkt, Rossmann auf den Norden; dm hat in Deutschland noch einen Umsatzvorsprung von 400 Millionen Euro.

Rossmann hat den Umsatz im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 16,2 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro gesteigert. Auf Deutschland entfallen zwei Milliarden Euro, der Rest auf Ungarn, Polen und Tschechien. Im laufenden Jahr erwartet der Drogeriemarkt eine Steigerung auf 2,7 Milliarden Euro. „Nach den ersten drei Monaten sind wir zuversichtlich, dass wir das Ziel erreichen“, sagte der Unternehmenschef. Von Januar bis März stieg der Umsatz um 16 Prozent. Der Gewinn vor Steuern liegt Roßmann zufolge bei zwei Prozent vom Umsatz – das wären 48 Millionen Euro. Roßmann sagte dazu nur: „Wir haben im letzten Jahr wieder ein paar Millionen mehr verdient als im Vorjahr und sind sehr zufrieden.“

Die Drogeriekette plant für dieses Jahr mit 104 Millionen Euro die höchsten Investitionen der Firmengeschichte. Davon sollen 38 Millionen in neue Filialen fließen, der größte Teil aber in den Bau der neuen Logistikzentrale in Landsberg bei Halle. Hier sollen in den nächsten Jahren 500 neue Stellen entstehen. Insgesamt beschäftigt Rossmann in 1180 Filialen rund 13 000 Menschen.

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