Wirtschaft : Rote Zahlen bei Ebay wegen Telefon-Tochter Aber das reguläre Geschäft läuft besser denn je

Portland – Das Internet-Auktionshaus Ebay kann offenbar die hohen Abschreibungen auf die 2005 zu teuer eingekaufte Internet-Telefontochter Skype locker verkraften. Obwohl die Wertberichtigungen in Höhe von gut 1,4 Milliarden Dollar im dritten Quartal einen Nettoverlust von 936 Millionen Dollar (659 Millionen Euro) verursachten, ließen die deutlich besser als erwartet ausgefallenen Zahlen aus dem regulären Geschäft die Ebay-Aktie steigen. Seit Anfang September hat sie nun um rund 20 Prozent zugelegt.

Ohne diesen Sonderposten erwirtschaftete Ebay im dritten Quartal einen Gewinn von 564 Millionen Dollar gegenüber 281 Millionen Dollar im Vorjahr. Die Erlöse wuchsen gleichzeitig um 30 Prozent auf einen Rekord von knapp 1,9 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro). Für das gesamte laufende Jahr rechnet Ebay nunmehr mit einem Gewinn ohne Einmalposten zwischen 1,47 und 1,49 Dollar pro Aktie sowie mit Erlösen zwischen 7,6 Milliarden bis 7,65 Milliarden Dollar.

In einer Telefonkonferenz hoben Ebay-Chefin Meg Whitman und Finanzchef Bob Swan die Stärken des zunehmend diversifizierten Unternehmens hervor. Das Auktionsgeschäft profitiere vom starken internationalen Wachstum, vor allem in Deutschland, sagte Whitman. Die Tochter Paypal, die ursprünglich nur den Zahlungsverkehr zwischen Ebay-Nutzern abwickelte, expandiert. Wachsende Beiträge leistete Stubhub, die in diesem Jahr erworbene Internetseite für den Verkauf von Eintrittskarten.

Skype trug im Quartal 98 Millionen Dollar zum Umsatz bei, fast eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Ebay hatte für Skype rund 2,6 Milliarden Dollar gezahlt, doch blieben die Geschäftsergebnisse bisher hinter den Erwartungen zurück. Tatsächlich steigt die Zahl der Skype-Nutzer – aktuell um vier Fünftel auf 246 Millionen – doch die Umsätze wachsen nur zögerlich. Mit der Milliarden-Abschreibung wollte Ebay nun für klare Verhältnisse sorgen. je (HB)

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