Wirtschaft : Rotkäppchen will im Westen wachsen

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Freyburg/Leipzig (dpa). Trotz rückläufiger Absatzentwicklung will die Freyburger Rotkäppchen Sektkellerei ihren Platz als führende deutsche Sektmarke behaupten und vor allem im Westen weiter wachsen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 (31. März) habe das Unternehmen nach einer Erhöhung der Abgabepreise an den Handel ein Umsatzwachstum um 2,2 Prozent auf 154,1 Millionen Euro realisiert, sagte der Geschäftsführende Gesellschafter der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH, Gunter Heise, am Mittwoch in Leipzig. Allerdings sei der Absatz um sechs Prozent auf 46,1 Millionen Flaschen zurückgegangen, sagte Heise. Ursache sei unter anderem das nur verhaltene Geschäft zum Jahreswechsel. Dennoch sei Rotkäppchen mit einem Marktanteil von 13,2 Prozent Deutschlands absatzstärkste Sektmarke. „Wir haben uns auf hohem Niveau konsolidiert und sind in einem schwierigen Umfeld stabil“, bilanzierte Heise. Die aktuelle Kaufzurückhaltung bereite auch Rotkäppchen Probleme.

Er gehe aber davon aus, dass die Talsohle durchschritten sei, sagte Heise. Angaben zur Gewinnsituation machte er nicht. Erfreulich sei die Entwicklung in den neuen Bundesländern. Der Marktanteil sei um ein Prozent auf drei Prozent gewachsen. Im Osten lag er bei 44 Prozent. Er sehe künftiges Wachstumspotenzial für Rotkäppchen vor allem im Westen und halte sechs Prozent Marktanteil für realistisch, sagte Heise. Im Osten sei die Wachstumsgrenze erreicht.

Rotkäppchen hatte im vorigen Jahr die westdeutschen Traditionsmarken Mumm, Jules Mumm und MM mit den beiden Produktionsstandorten in Hochheim und Eltville (Hessen) übernommen. Die Gruppe sei damit zum Marktführer auf dem deutschen Sektmarkt avanciert, sagte Heise. Rotkäppchen wurde als ehemals volkseigener Betrieb nach der Wende an leitende Mitarbeiter privatisiert. Gesellschafter ist auch als Privatmann Harald Eckes mit seinen beiden Töchtern. Seit 1991 wurden 39,3 Millionen Euro in die Modernisierung des Unternehmens investiert. Es hat derzeit 94 Mitarbeiter. An den Standorten Hochheim und Eltville sind zusammen 210 Menschen beschäftigt. Davon sollen 40 Mitarbeiter entlassen werden. Dazu sei bereits ein Sozialplan ausgehandelt worden, sagte Heise.

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