Wirtschaft : Rotkäppchens märchenhafter Aufstieg hält an

Westkunden und Chinesen entdecken Freyburger Marke / Umsatz bei 190 Mill.DM LEIPZIG (ms).Der ostdeutschen Sektkellerei "Rotkäppchen" geht es weiterhin blendend.Im abgelaufenen Geschäftsjahr wuchs der Absatz um 18 Prozent auf 40,1 Mill.Flaschen.Der Umsatz erreichte nach 166 Mill.DM im Vorjahr nunmehr 190 Mill.DM.Das Ergebnis nannte der Sprecher der Geschäftsleitung Gunter Heise "zufriedenstellend".Trotz der hohen Kreditbelastung durch die bislang für Investitionen aufgewendeten 58 Mill.DM und die wachsende Vorratshaltung sei "noch ein kleiner Betrag" übriggeblieben.Auch in diesem Jahr werden noch einmal etwa zehn Mill.DM in die Kellerei investiert, deren Kapazität damit auf 55 Mill.Flaschen gesteigert werde.Die heute verkaufte Sektmenge liegt um ein Mehrfaches über der vor der Wende produzierten Menge, als maximal 15 Mill.Flaschen geliefert werden konnten.Unmittelbar nach der Wende sank die Produktion sogar auf 3,2 Mill.Als wesentliche Ursachen für die im Vergleich zur Konkurrenz gute Entwicklung der Freyburger Traditionsmarke nannte Heise neben der Marktdominanz im Osten - "es gibt keine andere große Marke neben uns" ein rasch wachsendes Geschäft im Westen."Im vergangenen Jahr haben wir dort unsere Marktoffensive gestartet und kommen jetzt mit ganz großen Schritten".Im Vorjahr konnten die Freyburger in den alten Bundesländern bereits zwischen acht und zehn Mill.Flaschen Sekt verkaufen und seien in etwa 60 Prozent der relevanten Läden gelistet.Inzwischen seien weitere Gespräche abgeschlossen, so daß Rotkäppchen bis zum Jahresende auch in den alten Bundesländern fast flächendeckend vertreten sein werde, "wenngleich es zwei Lebensmittelketten gibt, die Ostprodukte generell nicht aufnehmen".Im Schnitt liege der Marktanteil von Rotkäppchen zwischen Flensburg und Garmisch bei etwa zwei Prozent.Für das laufende Jahr rechnet Rotkäppchen trotz des weiter stagnierenden deutschen Sektmarktes mit einem Zuwachs um rund fünf Prozent, obwohl im Sommer eine moderate Preiserhöhung anstehe und auch der Werbekostenetat von drei Mill.DM im Vergleich zur Konkurrenz bescheiden bleibt.Nach den jüngsten Zahlen konnte die Kellerei in den ersten drei Monaten ihren Absatz sogar um knapp zehn Prozent steigern.Während man bisher im Export noch keine nennenswerten Mengen absetzen konnte, soll auch diese Schiene krüftig ausgebaut werden, zumal die jüngst stattgefundene Konsugerma in Shanghai so erfolgreich verlief, daß inzwischen bereits das chinesische Etikett zur Verfügung steht.Der Sekt aus Freyberg soll dort unter dem Namen "kleine Rote Mütze" verkauft werden.Keine neuen Aussagen wollte das Unternehmen, an dem das Management und die Likörfabrikantenfamilie Eckes die Geschäftsanteile halten, zum geplanten Erwerb der sächsischen Sektmarke "Schloß Wackerbarth" machen."Wir haben der Staatsregierung vor mehr als einem Jahr ein Angebot gemacht, über das noch nicht endgültig entschieden ist", so Heise.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar