Wirtschaft : Rover hat seinen Markt noch nicht gefunden

LONDON (HB).Der krisengeschüttelten britischen BMW-Tochter Rover droht erneut der Verlust mehrerer tausend Stellen.Die britische Nachrichtenagentur PA zitierte den deutschen Vorstandsvorsitzenden von Rover, Werner Sämann, am Montag mit den Worten: "Ich fürchte, es wird noch mehr Stellenstreichungen geben, möglicherweise mehrere tausend." Entlassungen seien aber nicht geplant.Der britische Autohersteller verzeichnet zur Zeit hohe Verluste.Nach Presseberichten sollen sie im vergangenen Jahr 600 Mill.Pfund (1,67 Mrd.DM) betragen haben."Es ist meine Aufgabe, unsere Kosten zu reduzieren", sagte Sämann den Angaben zufolge.Außerdem müsse Rover schneller und flexibler werden.

Ein BMW-Sprecher ergänzte dazu in München, ein weiterer Stellenabbau werde nur in Betracht gezogen, falls die derzeitigen Kostenreduzierungen und Vertriebsanstrengungen bei Rover nicht den gewünschten Erfolg haben sollten.Bei Rover arbeiten zur Zeit etwa 40000 Beschäftigte.Die britischen Gewerkschaften lehnen weitere Stellenstreichungen rigoros ab, nachdem sie sich Ende vergangenen Jahres mit dem Verlust von 2 500 Arbeitsplätzen statt der bereits angekündigten 1 500 abgefunden hatten.BMW hatte zuvor mit der Schließung des Rover-Werks im walisischen Bargoed gedroht.

Rover kämpft mit dem Grundproblem, daß weder Wagen für die Massenproduktion herzustellen, noch eine einträgliche Nische besetzt zu haben.Diese Ansicht vertrat am Montag der Auto-Analyst des Börsenmaklerbüros Williams-De Broe in London, Sanjay Jha."Wenn BMW ein global player sein will wie Ford oder VW, dann muß BMW alle Segmente des Marktes besetzen", sagte Jha."Sie brauchen ein Auto in jeder Kategorie, sie brauchen Masse.Aber Rover ist keine Massenmarke.Rover schwebt irgendwo dazwischen.Das ist das Schlüsselproblem."

Rover habe nur "zwei Attraktionen", den Mini und den Landrover.Darauf hätte sich BMW konzentrieren sollen."Die neuen Modelle von Rover mögen von guter Qualität sein, aber wo ist die Marktlücke, die damit besetzt werden soll?"

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