Rucola : Giftgrün

Rucola-Bauern finden keine Abnehmer mehr. Schuld ist das giftige Gemeine Kreuzkraut, das in einer Packung Rucola entdeckt worden ist.

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Foto: dpadpa

Berlin - Das satte Grün ihrer Rucola-Felder ist für die Bauern kein gutes Zeichen. Viele Landwirte lassen ihren Salat stehen und schicken die Erntehelfer nach Hause. Seit vor knapp zwei Wochen in einer Packung Rucola die Blätter einer Giftpflanze entdeckt wurden, finden die Bauern keine Abnehmer mehr für ihr Gemüse.

„Seit acht Tagen können wir nicht mehr liefern“, beklagte Josef Schlaghecken vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz (DLR) am Mittwoch in Neustadt an der Weinstraße. Bislang sei bereits ein Schaden von schätzungsweise einer halben Million Euro entstanden. Die Bauern seien am Ende.

Viele Betriebe hätten sich in den vergangenen Jahren wegen der gestiegenen Nachfrage auf Rucola spezialisiert und erheblich in Erntemaschinen und Packstraßen investiert. Nach Angaben des DLR ist Rheinland-Pfalz das wichtigste Anbaugebiet für Rucolasalat in Deutschland.

In einer niedersächsischen Filiale des Lebensmitteldiscounters Plus hatte ein Kunde in einer Packung Rucola das Gemeine Kreuzkraut gefunden. Die tägliche Höchstdosis des enthaltenen Giftstoffs war um ein Vielfaches überschritten. Rucola und Kreuzkraut sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Die Plus-Mutter Edeka hatte den Salat daraufhin aus den Regalen genommen, Kaiser’s Tengelmann zog nach. „Generell sollte der Verbraucher Schnitt- und Bundware wie Rucola oder Petersilie immer auf fremdes Kraut untersuchen“, rät Gesche Hohlstein vom Botanischen Garten in Berlin. Wer versehentlich vom giftigen Kreuzkraut isst, sollte auf jeden Fall einen Arzt konsultieren. bho/AFP

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