Rückgang : Weniger Umsatz im Einzelhandel durch Ostern

Berlin - Das Ostergeschäft ist für den deutschen Einzelhandel in diesem Jahr ausgefallen. Im März verzeichnete die Branche sogar einen Umsatzrückgang. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sei der Erlös preisbereinigt um 6,3 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Schuld daran seien vor allem die drei Osterfeiertage, an denen Geschäfte geschlossen blieben.

Um 4,4 Prozent, preisbereinigt sogar um 9,2 Prozent, sanken die Umsätze bei Getränken und Lebensmitteln. „Die Konsumenten kaufen allerdings nicht weniger ein“, sagte Hubertus Pellengahr vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). Der Preisanstieg und die gefühlte hohe Inflation führten dazu, dass die Verbraucher Preise unterschiedlicher Anbieter verglichen und öfter zu preiswerteren Alternativen griffen. Jedes zweite Lebensmittel werde zum Beispiel bei einem billigeren Discounter gekauft. „Trotz der Preiserhöhungen gehen die Umsätze deshalb insgesamt zurück“, sagte Pellengahr. Auch der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln musste im März Einbußen von preisbereinigt 4,3 Prozent hinnehmen. Einzig die Geschäfte mit Kosmetika, Schmuck, Büchern, Kleidung und medizinischen Produkten liefen gut.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnete der Einzelhandel für das erste Quartal mit 1,2 Prozent daher nur ein leichtes Plus. Nur eine Senkung der Lohn- und Einkommensteuer könne die Situation des Handels verbessern und den Konsum ankurbeln, sagte Pellengahr. Für 2008 sei der HDE dennoch zuversichtlich: „Wir rechnen am Ende des Jahres mit einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent.“ Zudem gehe man davon aus, dass sich der Preisauftrieb bald abschwäche. Die jüngste Milchpreisentwicklung sei ein Beispiel dafür, dass der Einzelhandel Preise auch wieder senke, wenn die Marktsituation es erlaube. dpa/tja

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