Rückruf : Toyota: 216.000 Autos in Deutschland betroffen

Das Debakel um die Rückrufaktionen wegen defekter Gaspedale und Bremsen verdirbt Toyota die Jahresbilanz. Der weltgrößte Autobauer verdiente zwar Ende 2009 so gut wie seit sechs Quartalen nicht mehr, wird aber nun trotzdem im Geschäftsjahr bis Ende März einen Verlust verbuchen müssen.

Tokio - Das Debakel um die Rückrufaktionen wegen defekter Gaspedale und Bremsen verdirbt Toyota die Jahresbilanz. Der weltgrößte Autobauer verdiente zwar Ende 2009 so gut wie seit sechs Quartalen nicht mehr, wird aber nun trotzdem im Geschäftsjahr bis Ende März einen Verlust verbuchen müssen. Toyota taxierte die Kosten sowie Umsatzeinbußen wegen des Rückrufs am Donnerstag auf rund 1,4 Milliarden Euro.

Eigentlich wollte Toyota mit der besten Quartalsbilanz seit eineinhalb Jahren glänzen. In den Monaten Oktober bis Dezember liefen die Geschäfte wieder besser: Toyota wies einen Betriebsgewinn von rund 1,5 Milliarden Euro aus. Für das Gesamtjahr bis Ende März rechnen die Japaner zudem nur noch mit einem operativen Verlust von umgerechnet 158 Millionen Euro.

In Deutschland ruft Toyota knapp 216 000 Pkw in die Werkstätten. Acht Modelle seien betroffen, sagte eine Sprecherin. Die betroffenen Halter erhalten in den kommenden Tagen eine Nachricht vom Kraftfahrtbundesamt.

Insgesamt musste der Autobauer weltweit mehr als acht Millionen Fahrzeuge wegen Problemen mit den Gaspedalen zurückordern. Und Toyota droht noch mehr Ärger: Das US-Verkehrsministerium hat eine Untersuchung über mögliche Probleme mit den Bremsen des Hybridmodells Prius eingeleitet. Es lägen mehr als 120 Berichte vor, nach denen bei Fahrten auf unebenen Straßen vorübergehend die Bremsen ausgesetzt hätten, teilte das Ministerium mit. In vier Fällen sei es zu Zusammenstößen gekommen.

Toyota- Besitzer in den USA haben derweil eine Sammelklage gegen den Konzern eingereicht, um für die technischen Probleme mit dem Gaspedal entschädigt zu werden. Toyota habe „jahrelang die Probleme mit der ungewollten Beschleunigung verschleiert“, erklärte die Anwaltskanzlei Burg Simpson Eldredge Hersh & Jardine am Donnerstag. AFP/rtr/dpa

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