Wirtschaft : Rückschlag beim Wohnungsbau erwartet

BONN (uhl/HB).Nach Einschätzung des Bundesverbandes Freier Wohnungsunternehmen (BFW) ist die Wohnungsbaukonjunktur durch die Steuerreformdiskussion "mit besorgniserregender Geschwindigkeit ins Wanken geraten".Vor allem die Mietwohnungsinvestoren müßten mit einer "ganzen Palette" steuerlicher Verschlechterungen rechnen, sagte der BFW-Vorsitzende Werner Upmeier.

Dies drohe, die sich abzeichnende Trendwende im westdeutschen Wohnungsbau zu torpedieren.Das Genehmigungsvolumen in den alten Ländern werde in diesem Jahr mit rund 319 000 Wohnungen das Vorjahresniveau fast halten.Ausschlaggebend dafür seien die niedrigen Zinsen, von denen vor allem der Ein- und Zweifamilienhausbau profitiere.Zugleich habe sich der Neubau von Eigentumswohnungen stabilisiert, der zu rund 50 Prozent von privaten Anlegern zu Vermietungszwecken finanziert werde.Während die "klassischen Häuslebauer" nur wegen der geplanten Streichung des steuerlichen Vorkostenabzugs Nachteile hinzunehmen hätten, werde der Mietwohnungsbau durch die Steuerreform für private Bauherren "völlig unrentabel".Als Hauptgrund nannte Upmeier die beabsichtigte Beschränkung der Verrechnung von Verlusten aus Vermietung und Verpachtung mit sonstigen Einkünften und die Verlängerung der Spekulationsfrist von zwei auf zehn Jahre.Diese massive Schlechterstellung der Immobilie im Vergleich zu Wertpapieren werde dazu führen, daß immer mehr Investoren auf diese Anlageformen ausweichen würden.

Die Steuerreform werde auch die bisher stark vernachlässigte Sanierung des Altbaubestandes in den neuen Ländern beeinträchtigen.Immerhin entfielen darauf über 60 Prozent des ostdeutschen Wohnungsbestandes.Schon das noch von der alten Koalition beschlossene Auslaufen der Sanierungs-Sonderabschreibung zum Jahresende 1998 werde zu einem "gewaltigen Investitionsknick" führen.

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