Wirtschaft : Rückt die Bahn von Stuttgart 21 ab?

Streit um Aussagen von Vorstand Kefer im Bundestag.

Berlin - Die Bahn geht nach Aussagen von Verkehrspolitikern erstmals zu ihrem Milliarden-Projekt Stuttgart 21 auf Distanz. Bahn-Vorstand Volker Kefer habe im Verkehrsausschuss des Bundestags am Freitag bezweifelt, dass sie es auf den Weg gebracht hätte, wenn damals die heute absehbare Kostenexplosion bekannt gewesen wäre, sagte SPD-Fraktionsvize Florian Pronold in Stuttgart. Dem Grünen-Abgeordneten Harald Ebner zufolge hat die Bahn erklärt, sie könne nur aussteigen, wenn die staatlichen Projektpartner sie ihrerseits aus den Verträgen entließen. Der Ausschuss hatte nicht öffentlich getagt. Bislang hatte die Bahn stets erklärt, ein Ausstieg sei auch wegen hoher Vertragsstrafen nicht machbar.

Die Bahn wies die Aussagen der Politiker zurück und unterstrich, man halte an dem Bahnhofsbau fest. Kefer habe lediglich die Vertragsbedingungen für Stuttgart 21 erläutert. Daraus den Schluss zu ziehen, die Bahn würde ein Stopp des Projektes erwägen, sei „absurd“.

Am Mittwoch hatte der Staatskonzern berichtet, dass Stuttgart 21 im ungünstigsten Fall 6,8 Milliarden Euro kosten könnte. Bisher galten 4,5 Milliarden Euro als Maximum. Das Vorhaben sei jedoch weiterhin wirtschaftlich, hatte Kefer erklärt. Der SPD-Verkehrsexperte Sören Bartol warnte vor den Folgen der Mehrkosten für Bahn-Projekte in anderen Gegenden. Für sie „bleibt dann kein Platz mehr“, sagte er im Bundestag. dpa/brö

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben