Wirtschaft : Rückzug aus Pankow wird für Adtranz teuer

BERLIN (chi).Für den Schienenfahrzeugkonzern Adtranz könnte die geplante Stillegung des Werkes Pankow Ende 1999 noch teuer werden.Neben den Sozialplankosten für mindestens 200 Arbeitsplätze, die wegfallen sollen, könnte auf den Konzern die Rückzahlung von Fördermitteln in Höhe von bis zu 18,4 Mill.DM zukommen.Auf diese Summe verständigten sich die Teilnehmer einer "Strategierunde" in der Senatsverwaltung für Wirtschaft am Dienstag.Daran nahmen Staatssekretär Wolfgang Branoner, Adtranz-Vorstand Rolf Eckrodt, der Pankower Betriebsratsvorsitzende Detlev Muchow, IG-Metall-Bezirkschef Arno Hager, sowie Vertreter des Bezirks teil.

Einziger Trost für den Konzern: Die Summe ist niedriger als vom Betriebsrat gefordert, der neben den öffentlichen Förderungen von 17 Mill.DM auch Mehrerlöse von 35 Mill.DM beim Grundstücksverkauf in Reinickendorf, dem Standort des alten Werkes, berücksichtigt sehen wollte.Eine Entscheidung über Rückzahlungen sei aber noch nicht gefallen, sagte Senatssprecher Michael Wehran."Das Gespräch sollte vor allem die Grundlagen für die Verhandlungen klären." Ein weiteres Treffen wurde für Anfang September vereinbart.

Offen ist damit weiterhin, ob das Werk geschlossen wird oder nicht.Dem Vernehmen nach beharrte die Geschäftsführung auf der Schließung, Betriebsrat und Senatsverwaltung sehen dies anders.In einem eigenen "Zukunftskonzept" hatte der Gesamtbetriebsrat dem Vorstand vorgeworfen, mit dem deutschlandweit geplanten Abbau von 1400 der 7400 Stellen die Probleme weiter zu verschärfen.Schuld an den Verlusten seien auch "Egoismen der Führungskräfte" und "fehlende Kommunikation zwischen Vertrieb und Produktion".

Gewerkschaftschef Arno Hager bleibt optimistisch.Bei dem Gespräch seien "vage Alternativen" für den Standort diskutiert worden.Die Geschäftsführung habe sich nicht komplett verschlossen, aber auf die enormen Fixkosten im Konzern hingewiesen, die durch die Schließung des Werkes verringert werden könnten.

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